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Abfallproblem an Straßenrändern und Wegen: Achtlose Müllbeseitigung ist ein Ärgernis in Nidderau

Von In Nidderau stellen Bauhofleiter Werner Christiansen und sein 32-köpfiges Team schon länger eine extreme Form von verbotswidrig abgelagerten Abfällen im Stadt- und Straßenbereich fest. Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) und Katja Adams, Leitung Fachbereich Umwelt, weisen im Stadtteil Windecken auf markante Stellen hin. Doch auch aus den anderen vier Stadtteilen sind größere Müllablagerungen bekannt.
Abfallentsorgung auf Kosten von Umwelt und Stadtbild bereitet in Nidderau zunehmend Sorge. Abfallentsorgung auf Kosten von Umwelt und Stadtbild bereitet in Nidderau zunehmend Sorge.
Nidderau. 

Auf dem Weg vom Rathaus zum Haltepunkt Windecken liegt ein Beutel mit verpacktem Hundekot in einer Hecke. Darüber, im dichten Geflecht der Zweige, sticht ein leerer Trinkbecher ins Auge. Auf dem Gehweg finden sich Kaugummipapier, leere Getränkedosen und achtlos weggeworfene Tüten. „Ein weggeworfenes Kaugummipapier wäre nicht so schlimm, aber wenn das 20 000 Einwohner in Nidderau machen, dann summiert es sich“, sagt Katja Adams vom Fachbereich Umwelt der Stadtverwaltung. Ziemlich viel Müll liegt am Haltepunkt in Windecken. Dort sind auch Zeichen von Vandalismus zu erkennen: eine zerstörte Bahnschwelle und ein mutwillig aus der Verankerung gerissenes Zaunelement. Ein mehrmals demolierter Stromkasten der Bahn ist mit Klebeband umwickelt.

Hinter dem Zaun am Bahndamm liegt Verpackungsmüll – und das in großen Mengen. Bertha-von-Suttner-Schülerin Elza Hasani, die täglich mit der Bahn von Niederdorfelden nach Windecken fährt, hat schon oft beobachtet, dass Leute ihren Müll auf dem Gelände fallen lassen, obwohl der nächste Abfalleimer nur einige Schritte entfernt ist. Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) wird angesichts dieser Respektlosigkeit der Umwelt gegenüber richtig sauer. „Müll werfe ich hin, wo ich gehe und stehe“, kritisiert er das Verhalten der Zeitgenossen. „Hinzu kommt, dass eine Gemengelage aus Verpackungs-, Bio- und Restmüll zunehmend in Abfalleimern entsorgt wird“, ergänzt Adams.

Tapeten und Eimer

Der stellvertretende Bauhofleiter Ulrich Rückert spricht von mehreren Stellen mit großen Sperrmüllablagerungen in der Gemarkung. Er erinnert sich an die Entsorgung einer kompletten Wohnungseinrichtung am Oberwald in Eichen, einem Einkaufswagen in der Nidder oder Resten von Tapeten und Farbeimern. Vermehrten Müll stellt Vogel auch im Bereich Marktplatz in Windecken fest, sowie am Blauhaus, am Schulweg, vom Haltepunkt Windecken bis zur Bertha-von-Suttner Schule und auf dem Fußgängerweg von Windecken bis Heldenbergen. „Ich bin täglich am Blauhaus, treffe dort Freunde. Der Müll dort nervt“, sagt der 14-jährige Yannick Vetter. „Manchmal räumen wir auf, weil der Müll stinkt und die Scherben nicht gut für unsere Fahrradreifen sind“, ergänzt Tommy Neisemeyer.

Container in der Eichwaldstraße in Eichen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs säubern regelmäßig das Umfeld. Bild-Zoom
Container in der Eichwaldstraße in Eichen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs säubern regelmäßig das Umfeld.

Um junge Menschen für ihre Umwelt zu sensibilisieren, sieht Vogel Möglichkeiten in Form Runder Tische für Umweltbildung sowie der Müll-Sammelaktion der Bertha „Sauberhafter Schulweg“. „Schulklassen müssten vermehrt in die Praxis“, sagt Rückert. Als positiv wertet er die Aktion „Sauberhafter Kindertag“ der Kindertagesstätten, spricht sich aber für eine Fortführung der Umweltbildung in der Grundschule aus. Bauhofleiter Werner Christiansen vermutet, dass die wilde Müllentsorgung als Sport gesehen wird. „Wir haben weit mehr als 200 Abfallbehälter und mehr als 50 Hundekotspender in allen Nidderauer Stadtteilen. Das ist für eine Stadt dieser Größenordnung extrem viel“, betont Christiansen.

In Stadtteilen unterwegs

Weitere markante Punkte sieht er an den Glascontainern in der Eichwaldstraße in Eichen, direkt vor dem Bauhof in Ostheim und in Heldenbergen am Lindenbäumchen. Auch Christiansen beklagt besonders die extreme Zunahme von Hausmüll in den Abfallbehältern. Montags bis freitags fährt ein Bauhofmitarbeiter alle Containerplätze für Glas und Textilien ab. Jeden Freitag sind zehn Mitarbeiter in allen Stadtteilen unterwegs. Der Markt- und Stadtplatz wird täglich gereinigt.

Mindestens einmal pro Monat fallen rund 20 Kubikmeter, etwa zehn Tonnen gepresster Müll, an. Es handelt sich dabei um wild entsorgten Unrat und Müll aus den Abfallbehältern. „Nicht gepresst, würde das Müllaufkommen bei 60 Kubikmeter liegen“, sagt Christiansen. Die Gesamtmasse wird auf den Gesamtgebührenhaushalt Abfall umgelegt.

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