Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Um mehr als 870 000 Euro: Ehemaliger Banker zockt Familie und Freunde ab

Um mehr als 870 000 Euro soll ein ehemaliger Banker aus Nidda seine Verwandten, Bekannten und Freunde geprellt haben. Sein Trick: Er versprach ihnen Geldanlagen mit bis zu 12,5 Prozent Zinsen.
Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv
Nidda. 

Besonders dreist soll der 57-jährige ehemalige Banker und einschlägig vorbestrafte Familienvater aus Nidda vorgegangen sein, dem vorgeworfen wird, Freunde und Verwandte betrogen zu haben. Er übernahm nicht nur den Namen und den Briefkopf einer seriösen Hamburger Investmentfirma, sondern spielte selbst den erfahrenen Insider für derartige Geldanlagen.

„Ich brauchte die Leute gar nicht zu überzeugen. Aus reiner Gier nach Gewinnen haben die mir blind vertraut“, gesteht der gelernte Bankkaufmann offen vor Gericht. Dort muss er sich zurzeit wegen gewerbsmäßigen Betruges verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in der Zeit vom Februar 2012 bis Oktober 2016 in 93 Fällen betrügerisch Geld ergaunert und damit gewerbsmäßig betrogen zu haben. Er soll in 29 Fällen Urkunden gefälscht haben, indem er falsche Kontoauszüge und Bilanzen zur Verdeckung seiner Taten erstellte. Zu den Opfern gehörten selbst seine eigene Ehefrau und deren Mutter.

Firma erfunden

Nach der Verbüßung seiner ersten Haftstrafe will der Angeklagte 270 Bewerbungsschreiben losgeschickt haben. 200 Absagen habe er danach erhalten, auf 70 Anschreiben hätte er nicht einmal eine Antwort bekommen. Daraufhin habe er sich selbständig gemacht. Erst mit einem Fotostudio und später mit einer Werkstatt für hochwertige Modellflugzeuge.

Auf den Trick mit der vermeintlichen Anlageberatung sei er erst gekommen, als ein Hausnachbar ihm sein Leid mit dessen Hausbank geklagt habe. Die hatte der Nachbar dafür verantwortlich gemacht, dass er bei Spekulationen hohen Verlust eingefahren hatte. Da sei der Angeklagte dann als „Retter und absoluter Kenner der Finanzszene“ aufgetreten, habe die Investmentfirma „Nestor-Invest Frankfurt“ erfunden und hohe und absolut sichere Rendite versprochen.

„Der Trick war, dass ich die Zinsen sofort bei Einzahlung auf das vermeintliche Kundenkonto bei Nestor-Invest gebucht und dem Anleger einen vermeintlich aktuellen Kontoauszug habe zukommen lassen. So sahen die Leute sofort den versprochenen Gewinn auf ihrem Kontos. Und das hat sich im Bekanntenkreis rumgesprochen“, erläutert der 57-Jährige vor Gericht.

Morgens Kokain

Seinen Rückfall in die Kriminalität begründet der wortgewandte und gesund wirkende Angeklagte mit hohem Drogenkonsum. „Alle zwei Tage morgens Kokain, abends regelmäßig Marihuana und dazu noch zwei bis drei Flaschen Wein sowie Schlaftabletten“, sagt er.

Von dem übermäßigen Drogenkonsum wollen weder seine Ehefrau, noch seiner Anleger etwas gemerkt haben. Entscheidend wird deshalb das medizinische Gutachten sein, dass bei der kommenden Verhandlung am 17. August erörtert wird.

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse