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"Deutsches Haus": Ehepaar Traband schließt zum Jahresende sein Restaurant

Die Stammgäste wussten es schon, die anderen haben es erfahren, als sie für nächstes Jahr für eine große Feier reservieren wollten: Das beliebte Restaurant „Deutsches Haus“ in Groß-Karben schließt zum Jahresende seine Türen. Das Gastwirtspaar Traband nennt persönliche Gründe für diese Entscheidung.
Das Gastwirtspaar Kerstin und Markus Traband gibt zum Jahresende das in Karben beliebte Speiserestaurant „Deutsches Haus“ auf. Foto: unknown Das Gastwirtspaar Kerstin und Markus Traband gibt zum Jahresende das in Karben beliebte Speiserestaurant „Deutsches Haus“ auf.
Karben. 

„Das darf doch nicht wahr sein, Ihr könnt nicht gehen.“ Die Stammgäste im „Deutschen Haus“ an der Heldenberger Straße in Groß-Karben sind entsetzt, als ihnen Kerstin Traband die Entscheidung verkündet. Sie und ihr Mann werden das beliebte Restaurant im alten Ortskern zum Jahresende aufgeben.

Man kennt sich untereinander. Rund 40 Stammgäste kommen unter der Woche zum Mittagstisch. „Ihnen haben wir unsere Entscheidung zuerst mitgeteilt“, sagen die beiden Wirtsleute, die das Lokal seit elfeinhalb Jahren betreiben. Für viele Alleinstehende ist das Haus Anlaufstelle – nicht nur zum Essen. „Sie setzen sich auch zusammen, um miteinander zu plaudern“, erzählt Koch Markus Traband. Der 46-Jährige bereitet zusammen mit einem weiteren Koch diverse Mittagsgerichte zu.

Catering ausgebaut

Auch Berufstätige zählen zu den Kunden. Und an Wochenenden sind die weitaus meisten der insgesamt rund 100 Plätze im Lokal und in den Kollegräumen besetzt, weil dort Geburtstage, Kommunion oder Konfirmation gefeiert werden.

Der Großteil der Aktivitäten findet zwar im Lokal statt, doch rund ein Drittel auch außerhalb. Denn die Trabands haben das Catering nach und nach ausgebaut. Damit reagiert das Gastwirtsehepaar auf den neuen Trend, dass viele entweder in der „Juice Factory“ bei Rapp’s oder auch im eigenen Garten feiern wollen. Dafür sollen die Speisen aus dem „Deutschen Haus“ kommen.

Renommierte Häuser schließen

Aus ganz unterschiedlichen Gründen haben in den vergangenen Jahren bekannte Gasthäuser in Karben geschlossen. Man denke nur an die „Gehspitze“, den Rendeler Hof, den Margarethenhof in

clearing

Das alles ist harte Arbeit, mit einem normalen Achtstundentag kommen die Trabands nicht aus. „Wenn wir einen Catering-Auftrag haben und da lange gefeiert wird, kann es schon mal vier Uhr werden.“ Besonders hart wird es, wenn mal jemand ausfällt, etwa weil er krank ist. Markus Traband spricht von „harter körperlicher Belastung“. Man habe zwar zwei Ruhetage eingeführt, aber an einem davon erledige man etwa die Büroarbeit. Denn die Trabands tragen Verantwortung für drei Festangestellte und sechs bis acht Aushilfen.

Die Anforderungen in der Gastronomie seien zudem gestiegen. All das hat die Wirtsleute zum Nachdenken gebracht. Bereits im Vorjahr habe man erste Überlegungen angestellt. Die seien dadurch ausgelöst worden, dass der über zehn Jahre geschlossene Pachtvertrag ausgelaufen war. „Das war für uns Anlass, darüber nachzudenken, was wir hier renovieren und modernisieren wollen.“

Vorwort in Speisekarte

Man habe sich Ende Januar mit den Verpächtern zusammengesetzt. Mit der Familie habe man ein gutes Verhältnis, sie seien „stets für uns da“ und hätten sie mit Respekt behandelt. Doch der Renovierungsbedarf sei groß. „Zumal wir nicht nur ein bisschen renovieren, sondern vieles moderner machen wollten, damit wir auch jüngere Gäste ansprechen“, sagt Kerstin Traband. Man habe sich dabei selbst finanziell einbringen wollen. Doch ein hoher Kredit hätte das Pächterehepaar lange Zeit gebunden.

Gleichzeitig seien Überlegungen gereift, aus der Selbstständigkeit herauszugehen. „Wir haben die Sehnsucht danach, fest angestellt zu sein mit regelmäßigen Arbeitszeiten und sozialer Absicherung.“ In ihrem Alter, Mitte vierzig, sei es wichtig zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Schließlich sei schweren Herzens die Entscheidung gefallen.

Beide wollen sich um eine feste Stelle bewerben, sie als gelernte Hotelfachfrau im Service, er als Küchenmeister etwa in einer Hotelküche. Sie sind optimistisch, dass sie die Stellen bekommen, denn vorher habe man leitende Funktionen innegehabt. Zudem gebe es allein im Rhein-Main-Gebiet 400 offene Stellen im Gastrobereich, sagt Markus Traband. Aber erst einmal läuft der Betrieb bis Weihnachten weiter.

Am 26. Dezember ist das Restaurant noch ganz normal geöffnet. Für Weihnachten ist man aber schon fast ausgebucht. „Als die Leute gehört haben, dass wir aufhören, haben sie sofort gebucht“, sagt Kerstin Traband.

Das „Deutsche Haus“ dürfte aber ein Lokal bleiben. Wie den Gästen in einem Vorwort in der Speisekarte mitgeteilt wird, werde man versuchen, mit den Verpächtern „einen guten Nachfolger zu finden“.

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