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Frauen überschreiten Grenzen

„Ich habe eine Vorliebe für Geschichten, die von und über Frauen erzählen, bei denen im Leben nicht alles glatt läuft“, sagt Ivonne Keller. Sie ist Autorin aus Dortelweil, und bei der Lesung „Wein trifft Worte“ im „Brauns Living“ in Massenheim bekommen rund 30 Gäste einen Einblick in ihr Schaffen.
Ivonne Keller gibt einen Einblick in ihre Werke.	Foto: Krejcik Ivonne Keller gibt einen Einblick in ihre Werke. Foto: Krejcik
Bad Vilbel. 

Ivonne Keller stellt zwei Kurzgeschichten vor. Und sie macht neugierig auf den Roman „Hirngespenster“, der bislang lediglich als E-Book erhältlich ist und im September als Taschenbuch im Knaur Verlag erscheinen wird.

Es sei die erste Lesung in dem Geschäft, das vor drei Jahren in Massenheim eröffnet wurde und in dem die Eheleute Brauns von Wein über Kissen, Lampen und Geschenkideen das verkaufen, „was uns selbst gefällt“. Nach der Begrüßung durch Daniela und Olaf Brauns liest Keller aus „Wehe dir“, ihrer neuesten Kurzgeschichte, erschienen in der Sammlung „Diagnose Mord“ (BuchVolk-Verlag).

Darin wird von einer Frau erzählt, die einen starken Wunsch nach einem Kind hat. Da ihr dessen Erfüllung bislang auf natürlichem Weg verwehrt blieb, nimmt sie in einem unbeobachteten Moment aus einem Supermarkt-Einkaufswagen einfach das mit, wovon sie meint, dass es ihr zusteht: ein kleines Kind. Doch als es bei ihr zuhause zu schreien anfängt und nicht zu beruhigen ist, ruft sie die Polizei und gibt einen fadenscheinigen Vorwand an, wie das Kind in ihre Obhut gekommen sei. Daraufhin wird sie in die Psychiatrie eingewiesen. Dort plant sie ein weiteres Mal die Entführung eines Kindes, nicht merkend, dass sie inzwischen tatsächlich schwanger geworden ist.

„Viele der Frauen in meinen Geschichten sind ein kleines bisschen verrückt“, sagt Keller. Auch wenn ihre Protagonisten so manches Mal über Leichen gehen, um ihre Ziele zu erreichen, so stehen weder Täter noch Tathergang im Vordergrund. Vielmehr gibt Keller Einblicke in die Psyche und die verzwickte emotionale Lage, in der sich die zumeist weiblichen Figuren befinden.

Bei Auszügen aus dem Roman „Hirngespenster“ präsentiert Keller tragische, komische bis hin zu erotischen Szenen. So hat die schwangere Silvie auf eine Anzeige „Sex ohne Verpflichtungen“ geantwortet und ein Treffen mit einem Unbekannten vereinbart. Doch zunächst zögert sie. „Ich überlegte mir eine erste verbale Ohrfeige für einen Ehebrecher wie ihn“. Doch dann schmeichelt ihr der Unbekannte mit: „Du siehst wunderschön aus mit deinem dicken Bauch“, und ihr Widerstand schmilzt dahin.

Sie lasse sich bei der Entwicklung ihrer Geschichten gerne treiben, erzählt Keller in der Pause. So habe sie sich von einer realen Anzeige mit ähnlichem Wortlaut inspirieren lassen. Abschließend liest sie aus dem Kurzkrimi „Neuzugänge“; veröffentlicht in der Anthologie „Die Letzte macht das Licht aus“ (ViaTerra-Verlag). Der spielt in einer Seniorenresidenz, in der die Bewohner ungeahnte Aktivitäten entwickeln, um ihre Ziele zu erreichen. Dazu gehört auch ein Blick in den Apothekergiftschrank.

Die nächste Lesung „Schlemmen, bis der Arzt kommt“ mit Ivonne Keller findet statt am 23. Mai, 19 Uhr, im Ahrenshof in Massenheim. Informationen über die Autorin gibt es unter www.ivonne-keller.de

(kre)
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