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Wem gehört der Bauschutt?: Illegale Ablagerung auf B3-Baustelle könnte teuer für Wöllstadt werden

Eine vermeidlich illegale Entsorgung großer Mengen Schutt auf der B3-Baustelle in Wöllstadt sorgt derzeit für viele Fragen bei den Ermittlern der Polizei. Zwar ergaben sich schnell erste Hinweise auf den Täter, doch ehe der Fall gelöst werden konnte, nahm die Geschichte eine überraschende Wendung.
Während die Bauarbeiten an der  Wöllstädter B3-Baustelle ruhte, nutze ein Unbekannter die Gelegenheit dort seinen Bauschutt zu entsorgen. Während die Bauarbeiten an der Wöllstädter B3-Baustelle ruhte, nutze ein Unbekannter die Gelegenheit dort seinen Bauschutt zu entsorgen.
Wöllstadt.  Jede Menge große Berge mit Bauschutt fanden die Bauarbeiter der Nieder-Wöllstädter Umgehungsstraße vor, als sie Anfang der Woche die Arbeiten dort wieder aufnahmen. Sage und schreibe 22 Anhänger-Ladungen voll Erd- und Bauschutt hatte ein Unbekannter illegal auf dem Bauareal der neuen Bundesstraße entsorgt.

Für die Baufirma, die derzeit die Verantwortung für die Baustelle trägt, bedeutete dies ein immenser Schaden. So muss die Firma nicht nur für die Entsorgungskosten von 30 000 Euro für die etwa 350 Kubikmeter Schutt und Erde aufkommen, auch auf der Baustraße, die bei der illegalen Entsorgungsaktion genutzt wurde, entstand ein Schaden, den die Baufirma auf weitere10 000 Euro beziffert.

Frevel oder Irrtum

Die Ermittlungen in diesem Fall stießen schnell auf Erfolg. So ergaben sich Hinweise auf einen Traktor mit Anhänger, der mehrfach in diesem Bereich Bauschutt abgeladen haben soll. Dieser wurde beispielsweise am 28. Dezember gegen 14.30 Uhr von einem Zeugen gesehen. Schnell konnte der Nutzer der Traktoren ermittelt werden.
Auch in Ilbenstadt wurde ein großer Berg Bauschutt entsorgt. Der Verursacher ist unbekannt und auf den Entsorgungskosten könnte die Stadt sitzen bleiben. Bild-Zoom Foto: Privat
Auch in Ilbenstadt wurde ein großer Berg Bauschutt entsorgt. Der Verursacher ist unbekannt und auf den Entsorgungskosten könnte die Stadt sitzen bleiben.

Dieser hatte jedoch eine Überraschende Antwort parat. So gab er die Ablagerung zu, betonte aber dies sei nicht illegal geschehen. „Er argumentiert, das sei mit der Baufirma abgesprochen gewesen“, berichtet Yasmine Hirsch, stellvertretende Pressesprecherin der Wetterauer Polizei.

Nun sind die Ermittler bemüht diesen Widerspruch aufzulösen. Dies dauere jedoch noch an, wie Hirsch betont: „Ob es ein Missverständnis oder eine Schutzbehauptung des Fahrers war, das muss alles
noch ermittelt werden.“
INFO Polizei erbittet Hinweise

clearing

Doch noch ehe die Ermittler Erkenntnisse dazu in Erfahrung bringen konnten, nahm der Fall eine überraschende Wendung. Plötzlich waren nur noch vier der 22 Erdhaufen an der ursprünglichen Stelle vorzufinden.

Das Problem ist damit jedoch nicht gelöst, denn die restliche Erde findet sich im weitläufigen Umfeld der Umgehungsstraße wieder, unter anderem nahe des Sportplatzes von Nieder-Wöllstadt. Für die Polizei sei nicht auszuschließen, dass es sich um die selbe bloß umverteilte Erde handelt.

Bürger müssen zahlen

Nun liegt die Erde auf Grundstücken der Gemeinde und wird zum Kostenfaktor für die Allgemeinheit. So ist die Gemeinde für die Entsorgung verantwortlich, sollte der Verursacher nicht gefasst werden.

Anderenorts rief eine weitere illegale Entsorgung von Erd- und Bauschutt die Polizei auf den Plan. Bereits am 14. Dezember wurde im Bau- und Gewerbegebiet Am Steinacker in Niddatal-Ilbenstadt ein großer Schutthügel entdeckt. Die Polizei kann nicht ausschließen, dass es zwischen beiden Fällen zusammenhänge gibt.

Es gibt immer wieder Fälle von Frevlern, die auf illegalem Weg versuchen die Entsorgungskosten zu sparen. Erst im November wurde im Karbener Wald eine große Menge alter Autoreifen entsorgt. In Bad Vilbel wurden im Februar vergangenen Jahres gar 125 Tonnen Schutt nahe des Nordbahnhofs und  auf dem Festplatz entsorgt.
 
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