Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Im Streit die Freundin erschossen

Ein Wetterauer Vermisstenfall, der sich seit dem zweiten Aprilwochenende hinzog, hat ein sehr tragisches Ende gefunden. Die 43 Jahre alte Michaela H. aus Bad Nauheim ist tot. Der Leichnam der dunkelhaarigen Frau ist in Nordrhein-Westfalen aufgefunden worden. Die Wetterauerin wurde erschossen und vergraben, so die Staatsanwaltschaft Gießen. In Butzbach hat die Polizei am Mittwoch einen 50-jährigen Tatverdächtigen vorläufig festgenommen. Gestern wurde der geständige Mann einem Ermittlungsrichter in Gießen vorgeführt.
In diesem Haus in Butzbach nahmen Polizisten schon am Mittwoch den tatverdächtigen 50-Jährigen Butzbacher vorübergehend fest. Er soll seine Freundin umgebracht haben. In diesem Haus in Butzbach nahmen Polizisten schon am Mittwoch den tatverdächtigen 50-Jährigen Butzbacher vorübergehend fest. Er soll seine Freundin umgebracht haben.
Butzbach/Bad Nauheim. 

In der Kleeberger Straße von Butzbach, die zu einem Mittelschicht-Wohngebiet gehört, wie Ortskundige gerne hervorheben, und die direkte Zufahrt zur Justizvollzugsanstalt darstellt, klickten bereits am Mittwoch die Handschellen. Denn Polizeibeamte nahmen in einem Wohnhaus einen 50 Jahre alten Mann, den Freund des 43 Jahre alten Opfers, vorübergehend fest. Vor diesem Einsatz, so betont die Staatsanwalt in Gießen gestern in einer Stellungnahme, stand wohl der Fleiß der Mitglieder einer Sonderkommission.

Diese war von der Friedberger Kriminalpolizei eingerichtet worden, um die näheren Umstände des Verschwindens der Frau klären zu können. Nach ihr war mehrere Male gesucht worden.

Häuser durchsucht

Staatsanwalt Thomas Hauburger: „Die intensiven Ermittlungen, die sich über mehrere Wochen hinzogen, führten die Strafverfolgungsbehörden auf die Spur eines 50-jährigen Butzbachers, der als Freund und letzte Kontaktperson festgestellt werden konnte. Nachdem sich der Tatverdacht gegen den Mann erhärtet hatte, konnte der Beschuldigte durch Polizeikräfte vorläufig festgenommen werden.“

Polizeibeamte durchsuchten aufgrund einer richterlichen Anordnung die Wohnanschrift des Tatverdächtigen in der Kleeberger Straße in Butzbach. Doch es gab auch an anderer Stelle Aktivitäten, so auf dem Anwesen der Mutter des Mannes. Sie bewohnt ein Haus in einer ungenannt bleibenden nordrhein-westfälischen Stadt. Der dortige Polizeieinsatz im Haus und auf dem Grundstück sollte sich für die Ermittler als ein großer Erfolg herausstellen. Denn auf dem Areal der Mutter des Butzbachers wurde der vergrabene Leichnam der Bad Nauheimerin entdeckt.

Die alte Dame, deren Recht auf Schutz der Persönlichkeit eine Nennung des Ortes verbietet, ist allerdings raus aus dem Fokus der Ermittler: „Eine Beteiligung der älteren Dame an dem Tötungsdelikt ist nicht zu erkennen“, heißt es im Statement der mittelhessischen Staatsanwaltschaft.

Öfter Anzeigen

Die erste Vernehmung des Beschuldigten hatte zu einer, wie die Staatsanwaltschaft formuliert, „geständigen Einlassung“ geführt. Der Mann erklärte den Beamten, es sei zu einem Streit zwischen ihm und seiner Freundin gekommen. Da habe er die Frau erschossen.

Bis in den Abend hinein wurde der Tatverdächtige weiter vernommen. Über das Resultat lagen bis Redaktionsschluss leider keine detaillierten Angaben vor – weder zur Person des Tatverdächtigen, die, so ließ ein Polizeisprecher gegenüber der FNP anklingen, keine unbekannte Größe für die Polizei sei, weil sie in der Vergangenheit „diverse Anzeigen“ provoziert habe, noch zu den Hintergründen der Bluttat und den Tatdetails, darunter dem Ort des Verbrechens.

So blieb vorerst die wichtige Frage unbeantwortet, wie der Butzbacher in den Besitz einer Schusswaffe gekommen ist und ob es sich um einen Revolver oder eine Pistole gehandelt hat. Die Staatsanwaltschaft in Gießen hatte zuletzt mitgeteilt, „umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen“ dauerten an. Sollte der Butzbacher wegen Mordes angeklagt werden, droht dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe. Mord ist in Deutschland ein vom Paragrafen 211 des Strafgesetzbuches (StGB) erfasster „Tatbestand des materiellen Strafrechts“. fnp/rjm

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse