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Wer überzeugt die Wetterauer Wähler?: Oswin Veith tritt für die CDU an

Am 24. September entscheidet sich die Zusammensetzung des 19. Deutschen Bundestags. In 299 Wahlkreisen in Deutschland haben die Wähler jeweils zwei Stimmen. Mit ihrer Erststimme wählen sie den Direktkandidaten, der sie in Berlin vertreten soll, mit der zweiten eine Landesliste der jeweiligen Partei. Wir stellen die Kandidaten der drei Wahlkreise für den Wetterau- und den Main-Kinzig-Kreis vor. Heute im dritten Teil: der Wahlkreis Wetterau I (177), der auch Bad Vilbel, Bad Nauheim, Butzbach, Friedberg, Karben, Rosbach und Wöllstadt umfasst.
Oswin Veith sitzt für die CDU im Bundestag. Bilder > Foto: Petra Ihm-Fahle Oswin Veith sitzt für die CDU im Bundestag.
Friedberg. 

Oswin Veith winkt ab, eine Geschichte in privatem Umfeld oder ein Interview macht er nicht mit. „Ich brauche das nicht“, erklärt der CDU-Bundestagskandidat des Wahlkreises Wetterau I. Er mache Hausbesuche bei den Bürgern, jeder wisse, was für ein Mensch er sei: „Ein oberhessischer Dickschädel, es ist alles schon bekannt.“ Wirklich?

Eine Absage fürs Gespräch hält diese Zeitung nicht ab, sich umzuhören und zu recherchieren, was für ein Typ Mensch Bundestagskandidat Oswin Veith (CDU) ist. Alfons Götz (CDU), Ex-Bürgermeister von Wöllstadt, wo Veith aufwuchs, bescheinigt ihm, sich in Berlin sehr um die Belange des Kreises gekümmert zu haben. „Er sucht den Kontakt zur Bevölkerung, hat viel Lebenserfahrung und kann daraus schöpfen.“

Sparsam, bodenständig

Ein Mitglied der CDU Bad Nauheim, wo Veith wohnt und im Parlament sitzt, hält ihn für engagiert, ehrlich und verlässlich. „Gestört hat mich aber, dass er sich gegen die Ehe für alle gestellt hat.“ Ein anderes Mitglied der CDU Bad Nauheim, das ebenfalls ungenannt bleiben möchte, findet „so einen Militärtyp nicht gut“. Was sympathisch sei: Er sei sparsam und bodenständig, benutze einen uralten Koffer, obwohl er das sicher nicht müsse. Stefan Lux (SPD) aus Nieder-Florstadt, der bei der Bundestagswahl 2013 gegen Veith angetreten war, erinnert sich an einen fairen Wahlkampf. „Er ist halt ein Bundeswehrsoldat, so fühlt er sich, und das merkt man an seinen Beiträgen.“ Wie Lux findet, lägen bei Veith in diesen Dingen allerdings „Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander“.

Der Ex-Bürgermeister von Bad Nauheim, Bernd Witzel (FW/UWG), hält Veith für menschlich sehr nett und engagiert, „er ist viel unter den Leuten und vor Ort politisch tätig“. Veith habe gute Ansätze, die er im Wahlkampf verspreche. „Ich bin aber lang genug in der Politik, dass ich weiß, dass viele Versprechen nicht eingehalten werden“, sagt Witzel. Manfred Jordis (CDU Bad Nauheim) erlebt Veith als sehr bürgernah, engagiert, zielstrebig und geradlinig.

Rolf Gnadl, Vorstand der Ovag, der als ehemaliger Landrat (SPD) zwei Jahre mit Veith zusammenarbeitete, ist „nicht erfreut“ über die Anfrage, da Veith in Gremien der Ovag sitze. Er wolle aber nicht kneifen. „Wir pflegen höflichen und korrekten Umgang“, sagt Gnadl, der Veith für einen „interessanten Menschen“ hält. Jener sei erzkonservativ, restaurativ und „nie bis selten“ reformorientiert. „Bestünde die Politik nur aus Menschen wie Veith, gäbe es kaum Entwicklungen in gewichtigen gesellschaftlichen Fragen.“

Ein verbaler Säbelrassler

Veith verkörpere einen Untertanengeist als Vorgesetzter, kanzele auch schon mal Menschen ab, aber könne schlecht einstecken und sei mitunter widersprüchlich. Sprachlich sei Veith gewandt und prägnant, oft blieben aber Fragen offen. Er hebe gern den Zeigefinger, teile in Freund und Feind ein, agiere parteiisch. Veith sei häufig ein „verbaler Säbelrassler“, der schnell mit Vokabeln wie „ungeheuerlich“ komme.

Er sei gegen die Homo-Ehe, habe aber bei der Abstimmung im Bundestag gefehlt. Seinen Patriotismus verkörpere Veith auf eine militärische, teilweise pathetische Weise. Positiv an Veith sei, dass er berechenbar sei – man wisse, woran man mit ihm sei. Dass es in der CDU solche Menschen gebe, findet Gnadl positiv, da sich die Christdemokraten von der AfD abgrenzen müssten.

(ihm)
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