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Zum Weltdiabetestag: Schwangerschaftsdiabetes: „Jede siebte Geburt ist betroffen“

Jede siebte Geburt ist von Schwangerschaftsdiabetes betroffen: Deshalb betont Dr. Eckhard, Chefarzt der Diabetes-Klinik Bad Nauheim, die Bedeutung von Vorsorge, rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie.
Bei einer Schwangerschaftsdiabetes muss nicht zwangsläufig immer Insulin gespritzt werden. Foto: Fredrik von Erichsen Bei einer Schwangerschaftsdiabetes muss nicht zwangsläufig immer Insulin gespritzt werden. Foto: Fredrik von Erichsen
Bad Nauheim. 

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit mit hohen Zuwachsraten. Schätzungen zufolge ist aktuell jeder zehnte Deutsche Diabetiker, wobei zweien von zehn ihre Erkrankung nicht bewusst ist. „Wenn wir den Trend nicht stoppen, wird der Diabetes mellitus künftig noch dramatischere Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben“, betonte der Chefarzt der Diabetes-Klinik des Gesundheitszentrums Wetterau in Bad Nauheim, Dr. Michael Eckhard, anlässlich des heutigen Weltdiabetestages.

Dr. Michael Eckhard, Chefarzt der GZW-Diabetes-Klinik Bad Nauheim, betont die Bedeutung einer strukturierten Beratung und Betreuung der Patienten. Bild-Zoom
Dr. Michael Eckhard, Chefarzt der GZW-Diabetes-Klinik Bad Nauheim, betont die Bedeutung einer strukturierten Beratung und Betreuung der Patienten.

Der 1991 von der Internationalen Diabetes-Föderation eingeführte Tag steht jeweils unter einem Motto: In diesem Jahr lautet es „Frauen und Diabetes – unser Recht auf eine gesunde Zukunft“. „Weltweit geht es darum, allen Frauen mit Diabetes einen erschwinglichen Zugang zu Pflege und Bildung zu gewährleisten, damit sie ihren Diabetes besser bewältigen und ihre Gesundheitsergebnisse verbessern können“, erläuterte Dr. Eckhard die Kampagne. In Deutschland richte sich der Fokus auf den Schwangerschaftsdiabetes, dessen Häufigkeit sich von 1,47 Prozent (2002) auf 5,35 Prozent (2016) mehr als verdreifacht habe.

Ein Schwangerschaftsdiabetes ist in Industrieländern eine der häufigsten Begleiterkrankungen einer Schwangerschaft. Diese Form des Diabetes wird erstmals während einer Schwangerschaft diagnostiziert und verschwindet meist nach deren Beendigung.

Kindliche Fehlbildungen

„Zumindest zunächst“, betont Dr. Eckhard. „Unerkannt bestehen erhöhte Risiken für die Mutter und vor allem für das noch ungeborene Kind: Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, mögliche kindliche Fehlbildungen oder Fehlentwicklungen.“ Häufig unbeachtet blieben die langfristigen Auswirkungen eines Schwangerschaftsdiabetes auf den Stoffwechsel von Mutter und Kind. Etwa jede zweite Frau entwickele binnen zehn Jahren einen Schwangerschaftsunabhängigen Typ-2 Diabetes mellitus, die Kinder hätten ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Adipositas und Diabetes im späteren Leben. Ein Zusammenhang bestehe mit dem zunehmenden Alter der Mütter bei Geburt des ersten Kindes.

Ein erhöhtes Risiko, an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, haben Frauen mit Übergewicht, mit Diabeteserkrankungen in der engeren Familie, mit einem eigenen Geburtsgewicht über vier Kilo, mit wiederholten Fehlgeburten oder wenn bei einer vorausgegangenen Geburt ein Kind mit mehr als vier Kilo zur Welt kam.

Selbst Blutzucker messen

„Um das Risiko kindlicher Fehlbildungen und der Gefahren für die Mutter zu minimieren, muss ein Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkannt und behandelt werden“, betonte Dr. Eckhard. Standard sollte eine eng verzahnte und abgestimmte Betreuung durch Gynäkologen und Diabetologen sein.

Die Schwangere solle vom Tag der Diagnose an so schnell wie möglich lernen, ihre Blutzuckerwerte selbst zu messen. Auf Basis regelmäßiger Blutzucker- und Ernährungsprotokolle erfolge eine enge Betreuung durch Diabetologen im multiprofessionellen Team – mit dem Ziel einer straffen Stoffwechseleinstellung und einer empathischen Begleitung.

(red)

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