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Deutschland-Premiere für Protest-Band Pussy Riot

Frankfurt/Main. 

Mitglieder des russischen Protest-Kollektivs Pussy Riot haben zum ersten Mal ihre Bühnenshow in Deutschland gezeigt. In der Frankfurter Off-Bühne Mousonturm waren sie am Mittwochabend mit „Riot Days” zu sehen, ein zweiter Auftritt ist für Donnerstagabend geplant. Der Abend basiert auf den Erlebnissen des Gründungsmitglieds Maria Aljochina, die 2012 mit anderen Frauen der Punk-Band verhaftet und wegen „wegen Rowdytums aus religiösem Hass” zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden war. 

In der Performance des „Pussy Riot Theater” tritt Aljochina zusammen mit einer weiteren Frau und zwei Männern auf. Der nur etwas über eine Stunde dauernde Abend ist eine Mischung aus Konzert, Videodokumentation und Lesung aus ihrem gerade erschienenen Buch „Tage des Aufstands”. Die 1988 geborene Russin berichtete darin von den Protestaktionen der stets maskiert auftretenden Frauenband, von Haft, Straflager und Amnestie 2013. 

In der Bühnenversion trägt Aljochina auswendig, mit monotoner Stimme und in rasendem Tempo auf russisch Passagen aus ihrem Buch vor; eine englische Übersetzung läuft in Hintergrund. Dazu wummern Technobeats und Saxofonklänge. Die anderen Performer tanzen, singen oder spielen Instrumente, bilden den Chor oder übernehmen einen Satz in einem Dialog. Im Hintergrund laufen Videos von Pussy-Riot-Aktionen, Zeichnungen, Texte und Filme. Das Ganze ist laut, schnell und staccato - wer das Buch kennt, ist klar im Vorteil.

„Ein feministisches Punk-Manifest, ein kraftvoll-anarchistisches Plädoyer für den Widerstand in einer rechts-populistischen, nationalistischen Welt”, hat der Mousonturm versprochen. Pussy Riot Theatre hat diese Erwartungen erfüllt, das Publikum war begeistert. „Wir haben eine Stimme. Wir haben die Wahl” ruft Aljochina am Ende. „Es gibt keine Freiheit, wenn man nicht täglich für sie kämpft.”

(dpa)
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