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Konzerte in Frankfurt: Polit-Punk aus Russland - Pussy Riot tritt in Deutschland auf

Mit Spontanaktionen an öffentlichen Plätzen wurden sie bekannt. In Russland wurden Mitglieder von Pussy Riot verhaftet und verurteilt. Nun kommt die russische Polit-Punk-Gruppe für Konzerte nach Frankfurt.
Nadeschda Tolokonnikowa (l) und Sacha Adler von der Polit-Punk-Gruppe "Pussy Riot" während einer Debatte am Rande eines Konzerts beim Musik Festival Zwarte Cross in Lichtenvoorde in den Niederlanden, aufgenommen am 23.07.2016. Foto: Vincent Jannink (ANP) Nadeschda Tolokonnikowa (l) und Sacha Adler von der Polit-Punk-Gruppe "Pussy Riot" während einer Debatte am Rande eines Konzerts beim Musik Festival Zwarte Cross in Lichtenvoorde in den Niederlanden, aufgenommen am 23.07.2016.
Frankfurt.  Die russischen Polit-Punkerinnen von Pussy Riot kommen mit ihrer neuen Bühnenshow erstmals nach Deutschland. Im Frankfurter Mousonturm treten die Frauen am 20. und 21. September mit dem Stück «Riot Days» auf. «Ein feministisches Punk-Manifest, ein kraftvoll-anarchistisches Plädoyer für den Widerstand in einer rechts-populistischen, nationalistischen Welt», versprechen die Organisatoren des unabhängigen Theaterhauses.

«Riot Days» basiert auf dem Buch eines der Pussy-Riot-Mitglieder. Maria Alyokhina wurde 2012 zusammen mit Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch nach einem «Punk-Gebet» in einer Kirche verhaftet und wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» verurteilt. In ihrem Buch schildert Alyokhina ihre Geschichte als Performerin, den Prozess und die Zeit in einem sibirischen Gefangenenlager bis zu ihrer Entlassung knapp zwei Jahre später.

Neben Maria Alyokhina werden noch zwei weitere Mitglieder der Formation in Frankfurt auf der Bühne stehen: die Saxofonistin Anastasia Ashitkova und der Videofilmer Vasily Bogatov.

Das Protestkunst-Kollektiv wurde 2011 in Moskau gegründet, es besteht aus knapp einem Dutzend weiblichen Mitgliedern. Die Gruppe inszenierte nicht genehmigte Guerilla-Aktionen an öffentlichen Orten, die als Videos im Internet veröffentlicht wurden. Viele Aktionen wenden sich gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der Auftritt ist Höhepunkt einer Veranstaltungsreihe vor der Bundestagswahl. Der Mousonturm schickte dafür die Menschen in eine Art Schimpf-Schule. Unter anderem gab es ein «Bootcamp zur Schulung in den Tugenden des Schimpfens und der Schelte» und «Populistenbeschimpfungsstammtische» an ausgewählten Trinkhallen. Am Wahltag ist dann eine «kollektive Beschimpfungsorgie» geplant.

(dpa)

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