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Gesellschaftssatire: Prosecco und geliftete Pobacken

Als Autorin von Kinohits wie „Keinohrhasen“ hat sich Anika Decker einen Namen gemacht. Mit „Traumfrauen“ feierte sie 2016 ihr erfolgreiches Regiedebüt. Und nun ist ihr auch die Komödie „High Society“ zur amüsanten Unterhaltung geraten.
Die Kassiererin Carmen (Katja Riemann zwischen Marc Benjamin und Emilia Schüle) engagiert sich als Tierschützerin. Foto: Edith Held (Warner Bros) Die Kassiererin Carmen (Katja Riemann zwischen Marc Benjamin und Emilia Schüle) engagiert sich als Tierschützerin.

Beim Titel „High Society“ schwärmen etwas ältere Filmfans wohl unwillkürlich von der Kinokönigin Grace Kelly, wie sie auf einer Bootstour mit dem unvergleichlichen Bing Crosby den romantischen Song „True Love“ anstimmte. Bevor sie kurz darauf als Fürstin von Monaco selbst die höchste Ebene der internationalen Gesellschaft erklomm. Im Jahr 2017 ist „High Society“ aus anderem Holz geschnitzt als der Hollywood-Klassiker von 1956 – nicht nur wegen des Untertitels „Gegensätze ziehen sich an“: Knallhart richtet sich die gleichnamige deutsche Liebeskomödie von Anika Decker an ein deutlich junges Publikum und buhlt mit schnellen Bildern aus dem Berlin der Gegenwart, poppiger Musik und jeder Menge frecher Sprüche um Aufmerksamkeit.

Dabei hat auch dieser Filmspaß seine Meriten. Die 42-jährige Decker baut in die von ihr selbst verfasste, eher seicht daherkommende Geschichte durchaus nachdenkenswerte Aspekte ein. Identitätssuche und wahre Werte zum Beispiel. Und ein erstklassiges Darstellerensemble lässt sich spürbar gern mitreißen vom schrägen Geschehen. Macht so aus dieser „High Society“ auch eine schrill-amüsante Gesellschaftssatire.

Allen voran agiert Katja Riemann („Fack ju Göhte“) schwer berlinernd als Proletin mit buddhistischen und konsumkritischen Ambitionen. Ihre Carmen Schlonz, eine Supermarktkassiererin, die den Kunden so manches Produkt ausredet, ist die wahre Mutter der Heldin Anabel von Schlacht (Emilia Schüle, „Jugend ohne Gott“). Bislang wähnte sich die 25-Jährige nämlich als Tochter einer schwerreichen, wenngleich dekadenten Unternehmerfamilie. Lebte ein Leben mit Designerklamotten und Luxuspartys, in dem allein ihre Bis-Dato-Mutter Trixi (Iris Berben, „Jugend ohne Gott“) nervte. Denn diese Frau mit gelifteten Pobacken und gekauftem Realschulabschluss kreist allein um sich und ihr Image als Charity-Lady. Doch dann stellt sich bei einem handfesten Skandal heraus, dass Anabel als Baby in der Klinik von Prosecco trinkenden Säuglingsschwestern vertauscht worden war.

Also machen sich die im Kern gutherzige Anabel und ihr Gegenstück, die aufstiegswillige Aura Schlonz (Caro Cult, „Gut zu Vögeln“), auf den Weg in ihre eigentlichen Elternhäuser. Sehenswert

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