Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Limburg an der Lahn 19°C

Oper Frankfurt: "Vanessa": Drei Damen warten auf den schönen Anatol

An der Oper Frankfurt ist Samuel Barbers selten gespielte Oper "Vanessa" in der Wiederaufnahme zu erleben.
Mit der Dekoration des großen Foyers wurden seinerzeit drei sehr namhafte Künstler beauftragt. Marc Chagall, Henry Moore und Zoltan Kemeny, der die Goldwolken-Skulptur an der hohen Decke schuf. Die Oper besitzt eine Drehbühne, die bis heute die größte in Europa ist. Foto: Daniel Reinhardt (dpa) Mit der Dekoration des großen Foyers wurden seinerzeit drei sehr namhafte Künstler beauftragt. Marc Chagall, Henry Moore und Zoltan Kemeny, der die Goldwolken-Skulptur an der hohen Decke schuf. Die Oper besitzt eine Drehbühne, die bis heute die größte in Europa ist.
Samuel Barbers „Vanessa“ wurde 1958 in New York mit großem Erfolg uraufgeführt und stieß dann im selben Jahr mit den nahezu gleichen Interpreten in Salzburg auf eine deutlich kühlere Resonanz. Bis heute ist die Oper eine Medaille mit zwei Seiten geblieben. Die Inszenierung von Katharina Thoma hatte 2009 in Malmö Premiere und kam 2012 als Übernahme nach Frankfurt. Es wird die gestraffte Fassung von 1965 gegeben. In Frankfurt läuft derzeit die erste und letzte Wiederaufnahmeserie der Produktion.

Das Libretto schrieb Barbers Lebensgefährte und Komponistenkollege Gian Carlo Menotti, die Figurenkonstellation der Handlung scheint auf den ersten Blick halb Tschechow, halb Pilcher zu sein. Man befindet sich auf dem abgelegenen Anwesen einer gut betuchten Familie, der Dreigenerationenhaushalt besteht aus der alten Baronin (Barbara Zechmeister), ihrer Tochter Vanessa (Jessica Strong) und ihrer Enkeltochter Erika (Jenny Carlstedt). Vanessa lebt seit 20 Jahren in der Zurückgezogenheit und wartet auf ihren verflossenen Anatol. Als dieser sich tatsächlich zu Besuch ankündigt, kommt Leben in den Dreidamenhaushalt. Doch Anatol ist tot, es kommt Anatol Junior, und es scheint sich kurz eine dumme Verwechslungsposse anzubahnen.

Bilderstrecke Theater, Alte Oper, Opernbrand: Historische Bilder Frankfurter Bühnen
Seit einem Jahr wird in Frankfurt über die <a href="http://www.fnp.de/2639731">Zukunft der maroden Städtischen Bühnenanlage</a> diskutiert. Die renommierten Bühnen bedürfen dringend einer Sanierung, soviel scheint klar. Auch von einem Neubau war die Rede - ein Kahlschlag im Zeichen der Kultur? 

<br><br>Wir nehmen das zum Anlass für eine Zeitreise und zeigen historische Aufnahmen von Frankfurts Schauspielhaus vor seiner Zerstörung, Fotos von der Alten Oper nach dem Krieg sowie Bilder vom Opernbrand von 1987.In all seiner Pracht: Diese Aufnahme aus dem Jahr 1929 zeigt das Frankfurter Schauspielhaus mit seiner Jugendstilfassade von 1902, davor das Bismarckdenkmal.1782 eröffnete das erste Schauspielhaus Frankfurts. Das "Comoedienhaus" stand seinerzeit am heutigen Rathenauplatz.

Die unvermeidliche Dreiecksgeschichte, die sich dann kammerspielartig ergibt, ist unwahrscheinlich, entwickelt punktuell aber doch einen bewegenden Tiefgang und ist mit feinem Humor gewürzt. Katharina Thomas Inszenierung ist auf der linken Bühnenhälfte naturalistisch und unverkopft. Sie lohnt den Besuch. Die Musik ist hörenswert schön und vom Museumsorchester und dem Dirigenten Rasmus Baumann ohne Kitsch dargeboten, die Sänger können ihren Stimmen den Gefallen tun, sich von ihrer besten Seite zu zeigen, und die Regie besorgt ein anregendes Kammerspiel, ohne der Handlung störende Zusatzhirngespinste aufzupfropfen. Toby Spence gestaltet die Rolle des leichtfertigen Anatol jugendlich charmant. Dass Erika (Jenny Carlstedt) der eigentlichen Hauptrolle Vanessa die Show stiehlt, liegt in der Natur dieser Partitur. Dietrich Volle und Mikolaj Trabka runden das vorzügliche Ensemble ab.

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse