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Laith Al-Deen in Frankfurt: Wenn der Sänger selbst Gänsehaut bekommt

Von Der deutsch-irakische Sänger Laith Al-Deen feierte ein umjubeltes Konzert im Hanauer Amphitheater – trotz herbstlicher Temperaturen.
Laith Al-Deen gab mit seiner fulminanten Band ein umjubeltes Konzert, das mit Überraschungen nicht geizte. Foto: Sven-Sebastian Sajak Laith Al-Deen gab mit seiner fulminanten Band ein umjubeltes Konzert, das mit Überraschungen nicht geizte.
Frankfurt. 

Das hatte er sich wohl auch etwas anders vorgestellt. Zum Abschluss seiner „Wieder-unterwegs“-Tour sollte es ein laues Konzert im atmosphärischen, halb-offenen Zelt des Hanauer Amphitheaters werden. Doch der durchwachsene Sommer und der zeitig beginnende Herbst machten Laith Al-Deen und seiner fünfköpfigen Band einen Strich durch die Rechnung.

Doch er behielt es für sich, was er von diesem Spätsommer hält. Es nützte ja ohnehin nichts, und dem Publikum schienen die niedrigen Temperaturen auch nicht viel auszumachen. Denn Al-Deen und seine Band waren in Spiellaune, und den Besuchern war nach Feiern zumute. Und so entfaltete sich ein launiges Konzert zwischen Rock und nachdenklich-verträumten deutschen Texten.

Lässig, in Jeans, weißem T-Shirt und blauem Jeanshemd trat er vor sein Publikum. Er bedankte sich, dass viele Besucher gekommen waren und bekannte sich bei „Keine wie Du“ dazu, Sting-Fan zu sein. Jedenfalls stimmte er einen Gesang mit dem Publikum an, und begab sich kurz darauf mitten unter die Zuschauer, um von hier aus das Stück zu singen, mit dem Hinweis, er würde vermutlich „in Taschen, durch abgestellte Getränke und auf Füße“ laufen. Ob dies tatsächlich passierte, ist nicht überliefert.

Charmante Begleitung

Das sollte aber nicht der einzige Höhepunkt bleiben. Denn mittendrin holte der Mannheimer die Sängerin Cassandra Steen auf die Bühne, mit der er – zum „Literarischen Duett“, wie er es nannte – gleich drei Stücke akustisch anstimmte. „Du schwitzt!“, bemerkte sie kurz vor „Geheimnis“. Sie sei – wetterbedingt – extra mit ihrem Zelt auf die Bühne gekommen und deutetet auf ihren langen Mantel. „Obenrum“, also am Kopf, auf jeden Fall, gab er zu, aber auch, dass er Gänsehaut habe und sich sehr darüber freue, dass die Stücke durch sie noch besser würden.

Und auch wenn die Songs in dieser Form nur sehr selten zu hören gewesen sind, offenbarte sich gleich, wie gut Steen und Al-Deen miteinander harmonieren. Vielleicht bahnt sich da etwas für die Zukunft an? Umso bemerkenswerter war jedenfalls der Abschluss dieses kurzen Gastauftritts: Denn hierfür hatte sich Al-Deen kein anderes Stück als „Bilder von Dir“ ausgeguckt, seine wohl bekannteste Nummer, die gefühlt ein paar Mal zu oft im Radio lief. In dieser Version und mit der charmanten Begleitung durch Steen jedoch wusste auch dieser Song zu gefallen. Das traf in der Tat auf jedes Stück zu, egal ob es das fetzige „Dein Lied“ oder „(Von der) Freiheit“, einer Coverversion des George-Michael-Hits „Freedom“ war: Al-Deen blieb stets tonsicher und umschmeichelte die Besucher auch mit angenehmer Sprechstimme. Viel Zeit, den Song zu proben, habe er nicht gehabt, witzelt der Sänger. Es seien Zettel auf der Bühne verteilt worden, damit er seinen Text nicht vergesse. Die Nummer saß dennoch perfekt.

Sauber abgemischt

Sein Humor sorgte dafür, dass dieser Abend nicht zu viel Pathos versprühte. Und damit offenbarte sich auch, was Al-Deen den Bendzkos und Meyles voraushat. Dazu gefiel der Auftritt im Hanauer Amphitheater, weil das Konzert sehr sauber und ohrenfreundlich abgemischt war. Al-Deens größtes Kapital, seine Stimme, blieb stets im Mittelpunkt, wobei auch sie nicht zu laut in Erscheinung trat. Was von diesem Abend übrigblieb, ist vor allem die Erkenntnis, dass Laith Al-Deen – egal wie oft im Radio gehört – live immer noch eine Schippe drauflegt. Chapeau.

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