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Hat die Automobilschau noch eine Zukunft?: Kommentar zur Messe: Ein Indikator für die Zukunft der IAA

Eine Hallenübersicht von Jaguar, Land Rover und Ferrari, aufgenommen am 13.09.2017 bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main (Hessen). Vom 14. bis 24.September präsentieren Hersteller auf der weltgrößten Autoshow ihre Neuheiten. Foto: Uli Deck/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Uli Deck (dpa) Eine Hallenübersicht von Jaguar, Land Rover und Ferrari, aufgenommen am 13.09.2017 bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main (Hessen). Vom 14. bis 24.September präsentieren Hersteller auf der weltgrößten Autoshow ihre Neuheiten. Foto: Uli Deck/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Es ist eine merkwürdige IAA, die heute von der Bundeskanzlerin eröffnet wird. Die Automesse ist zwiespältig und widersprüchlich. Sie lässt in ein fernes Zukunftsszenario blicken und huldigt dennoch weiter der PS-Bolzerei. Sie kündigt den Wandel zum Einstieg in die Elektromobilität an und will dennoch nicht vom Diesel lassen. Sie sieht sich immer noch als internationale Leitmesse, verliert aber mit den Absagen renommierter Hersteller an Bedeutung. Kritiker fragen bereits, ob die IAA überhaupt noch eine Zukunft hat.

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Michael Lennartz

Der Reihe nach. Es ist eine Menge passiert seit der vergangenen IAA vor zwei Jahren, als der Abgasskandal seinen Anfang nahm. Die VW-Betrügereien haben eine ganze Branche in Misskredit gebracht und sind dabei, dem Dieselmotor den Todesstoß zu versetzen. Die Stimmung ist so aufgeheizt, dass sich Daimler, VW und BMW auf der IAA nun gegenseitig überbieten mit vollmundigen Ankündigungen zur Elektromobilität und dies untermauern mit schicken und futuristischen Exponaten. Das beruhigt die Gemüter.

Es geht dabei um Ansagen für 2025 oder gar 2030, die wahrhaftig umgesetzt werden können – oder auch nicht. Das weiß heute noch keiner. Klar ist, dass das auf die Schnelle nicht hilft. Ein Umlegen des Schalters vom Verbrennungsmotor auf bedingungslose E-Mobilität ist von heute auf morgen nicht möglich. Allein schon aus infrastrukturellen Gründen. Für die Gesamtbilanz ist zudem die Stromerzeugerquelle wichtig. Und ob es in puncto Akzeptanz so schnell ein Umdenken bei den Autokäufern geben wird, ist auch noch fraglich.

Das zögerliche Wahrnehmen der Kaufprämie beweist eher das Gegenteil. Auch der ungebremste Hype um die Sport Utility Vehicles (SUV) zeigt, dass Emotionen beim Autokauf immer noch wichtiger sind als Verbrauch und Schadstoffausstoß. In die gleiche Kerbe haut ein Kleinwagen wie der Polo in einer 200 PS starken GTI-Version oder ein Mega-SUV wie der Porsche Cayenne Turbo mit 550 PS.

In diesem Zusammenhang den Diesel zum alleinigen Sünder zu stempeln, ist fast schon bigott, denn zum Erreichen der CO2-Ziele ist der Selbstzünder nach derzeitigem Stand noch unverzichtbar. Er muss nur auch wirklich sauber sein. Nicht nur auf dem Prüfstand. Sondern immer. Der Betrug war das Problem beim „Dieselgate“, nicht der Diesel an sich.

Dass von den Herstellern zu diesem Thema aber rund um die IAA viel zu wenig Stellung bezogen wurde, ist eher ein Indiz dafür, dass die Manipulations-Affäre noch längst nicht verarbeitet ist, und man lieber versucht, mit schmucken Karossen die Aufmerksamkeit auf zukünftige Pläne zu lenken. Ob das genügt, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wird sich zeigen. Ebenso, ob die vielen Absagen und die Verlagerung auf Internet-Aktivitäten den Fortbestand der Messe gefährden könnten.

Die Besucherresonanz wird in diesem Jahr mehr denn je ein Indikator für die Zukunft der IAA sein.

michael.lennartz@fma-fnp.de

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