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Die Verleihung der Goldenen Kamera: Tatort des Hessischen Rundfunks räumt ab

Die Jubiläumsausgabe der Goldenen Kamera muss sich nicht hinter dem großen Bruder Oscar in Hollywood verstecken. Dies ist vor allem der Moderation von Thomas Gottschalk zu verdanken.
Thomas Gottschalk führte kurzweilig und charmant durch die Verleihung der 50. Goldene Kamera 2015. Foto: Eventpress (ZDF) Thomas Gottschalk führte kurzweilig und charmant durch die Verleihung der 50. Goldene Kamera 2015.
Nach zwei Jahren Markus Lanz in einer Samstagabend-Show wirkte der langsam ergrauende blonde Lockenkopf wie eine Erlösung. Kurzweilig und charmant führte er durch die dreistündige Show. Und wir Hessen konnten uns auch noch über eine besondere Premiere freuen.

Gottschalk versteht sein Handwerk

Die Goldene Kamera feierte ihr 50. Jubiläum mit einer besonderen Gala. Anstatt der üblichen Jury aus Redakteuren der Fernsehzeitschrift Hörzu und namenhaften Vertretern aus Film- und Fernsehen, wählt der "Golden Club", der aus 144 ehemaligen Gewinnern der goldenen Trophäe besteht in den Kategorien "Beste deutsche Schauspielerin”, "Bester deutscher Schauspieler” und "Bester deutscher Fernsehfilm” die Preisträger aus. Durch die Verleihung führte bereits zum zwölften Mal Thomas Gottschalk und zeigte, wie gut er sein Handwerk als Moderator versteht. Das er die Jubiläumsshow moderierte, war keine Überraschung: Mit vier Auszeichnungen gehört er zu den Rekord-Preisträgern in der Geschichte der "Goldenen Kamera". Aber er zeigt auch, was "Wetten Das?!" unter Markus Lanz fehlte: Spontanität, kluger Witz und der souveräne Umgang mit internationalen Stars.

Kevin Spacey im Knitteranzug

Apropos internationale Stars: Gleich drei Hollywoodstars bekamen eine Goldene Kamera. Kevin Spacey als "Bester Schauspieler International". Wie zu erwarten gab dieser sich gewohnt sympathisch, bescheiden und humorvoll. Bedauerlich war allerdings, dass er für diesen Galaabend einen grauen, leicht knittrigen Anzug mit Pünktchen-Krawatte gewählt hatte. Das wirkte zwischen den Abendroben und Wracks dann doch etwas deplatziert. Aber dem Schauspieler aus der US-Serie "House of Cards"  und zweifachen  Oscar-Gewinner verzeiht man alles. Außerdem gewann Arnold Schwarzenegger eine Goldene Kamera für sein Lebenswerk. Dieser bezeichnete in seiner  auf deutsch gehaltenen Dankesrede "Deutschland als Sprungbrett zum Erfolg" und referierte kurz über sein politisches Profil als Republikaner  - das gefiel natürlich dem Publikum in denen auch Politiker wie der frisch wiedergewählte Erste Bürgermeister Hamburgs Olaf Scholz saß. Überreicht bekam Schwarzenegger seine Goldene Kamera von seinem alten Schauspielkollegen Danny DeVito - überzeugter Demokrat-  der seinen  Job großartig und mit viel Humor machte. Susan Sarandon erhielt die Trophäe für ihr Lebenswerk und wurde von Laudatorin Iris Berben als Heldin und Vorbild gefeiert.

Zwei Auszeichnungen für den Tatort

Für die hessischen Lokalpatrioten gab es auch Grund zur Freude: Der Tatort "Im Schmerz geboren" des Hessischen Rundfunks gewann die Goldene Kamera für den besten Deutschen Fernsehfilm. Das ist die erste  Goldene Kamera für einen Tatort überhaupt. Die Goldene Kamera als "Bester deutscher Schauspieler” bekam Ulrich Matthes. Bisher hat der 55-Jährige lediglich Preise für seine Arbeit am Theater erhalten.  Die Auszeichnung erhielt der 55-Jährige vor allem für seine Rolle in der preisgekrönten Tatort-Folge "Im Schmerz geboren". Martina Gedeck wurde als "Beste deutsche Schauspielerin"  geehrt. Zum Schluss verlieh der "Golden Club"  Hape Kerkeling einen Sonderpreis zur Jubiläumsausgabe. Insgesamt war die Verleihung der Goldenen Kamera eine solide Sache und hat glücklicherweise nicht versucht  mehr aber auch nicht weniger zu sein als sie ist: Ein alljährliches Familientreffen der Film- und Fernsehmacher Deutschlands mit einem Hauch von Hollywood.
 
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