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TV-Kritik: "Straße der Tränen": Nicht viel Komödie diesmal

Von Ein junges Mädchen ist spurlos verschwunden. Ein heikler Fall für Wilsberg, zumal sich auch sein Freund Ekki als Täter gejagt sieht.
Die ehemalige Profilerin Hiltrud Appeldorn (Nina Petri) hat von einem Serienmörder ein Täterprofil erstellt. Wilsberg (Leonard Lansink) hofft auf ihre Unterstützung. Foto: ZDF/Thomas Kost Die ehemalige Profilerin Hiltrud Appeldorn (Nina Petri) hat von einem Serienmörder ein Täterprofil erstellt. Wilsberg (Leonard Lansink) hofft auf ihre Unterstützung.
Der Titel bezieht sich auf den (fiktiven) Horsthauser Landweg, weil in den Jahren zuvor schon zwei junge Frauen entführt und später ermordet wurden. Und jetzt ist Emilie Boll (Annika Schrumpf) spurlos verschwunden. Und ausgerechnet Wilsbergs alter Freund Ekki Talkötter (Oliver Korritke) gerät unter Verdacht: Emilie Boll ist nach einem Besuch in einem Club in seinen Alfa Romeo 164 gestiegen und hat sich ein Stück weit mitnehmen lassen.
 
Wilsbergs Nichte Alexandra Holtkamp (Ina Paule Klink) kümmert sich um Emilies Eltern Peter (Philipp Moog) und Susanne Boll (Regula Grauwiller), die in der Trennung stehen. Währenddessen sieht sich Ekki unter Beschuss, weil er in sozialen Netzwerken schon als Täter feststeht. Georg Wilsberg (Leonard Lansink) muss sich diesmal also gleich an mehreren Fronten bewähren. Gleichzeitig darf er zwischendrin sogar einen Hauch von Romantik mit ins Spiel bringen: Zeitweise sieht es so aus, als hegte er für die Polizeipsychologin  Hiltrud Appeldorn (Nina Petri) ein Interesse, das über den Fall hinausgeht.

"Wilsberg"-Erfinder als Drehbuch-Autor

Es geht dabei aber nicht nur um die verschwundene Emilie, sondern auch um die Gefahren des Internets. Kommt hier der pädagogische Zeigefinger? Mitunter schon ein wenig, etwa am Ende, wenn es heißt, analog "ist nur was für alte Säcke". Wilsberg-Erfinder  Jürgen Kehrer, der zusammen mit seiner Frau Sandra Lüpkes auch das Drehbuch zu "Straße der Tränen" verfasste, meidet aber allzu simple Schwarz-Weiß-Malerei. So hat er einen Computer-Nerd als kompetenten Helfer für die Polizei in die Handlung eingebaut, der hilft, das passende Schloss für einen aufgefundenen Schlüssel ausfindig zu machen.
 
 
Überhaupt sind es diesmal die Nebenfiguren, die den Plot ordentlich unter Dampf halten. Allzu differenziert geht es dabei freilich nicht zu, wenn schon eine kleine Meldung im Netz ohne jede nähere Begründung sofort eine Hexenjagd mit drohender Lynchjustiz zur Folge hat. Fein gespielt, erfüllen sie als falsche Verdächtige oder gejagte potentielle Opfer ihren Zweck aber ganz gut, zumal die Geschichte am Ende die Handlungsfäden schön zusammenführt und ihre Auflösung bis zum letzten Moment hinauszögert.

Eine Prise Witz durch Overbeck

Auch der selbstherrliche und eitle Overbeck hat diesmal mehr zu tun, als nur Stickwortgeber und Witzfigur zu sein. Ein wenig Humor darf er dennoch mit ins Spiel bringen, wobei die Witze sich diesmal in Grenzen halten: Passend zum Titel verfügt der mittlerweile 55. Wilsberg-Krimi über einen sehr ernsthaften Erzählton und präsentiert sich von Regisseur Dominic Müller gekonnt auf Hochspannung getrimmt. Die Lösung überrascht zwar, aber die auseinanderbrechende Ehe von Emilies Eltern liefert eine akzeptable Begründung.
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