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Fachmesse der Textilindustrie: Das sind die Trends auf der "Heimtextil"-Messe in Frankfurt

Von Die Fachmesse „Heimtextil“ ist weltweit die mit Abstand wichtigste Schau der Branche. Gestern hat sie in Frankfurt ihre Tore geöffnet, erneut kamen 3,5 Prozent mehr Aussteller.
Blumenmuster: Valentina Marburger zeigt Bettwäsche von KAS Australia. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Blumenmuster: Valentina Marburger zeigt Bettwäsche von KAS Australia.
Frankfurt.   

Eva Padberg (36) ist Top-Model, Moderatorin, Sängerin, Schauspielerin – und gemeinsam mit ihrer Freundin aus Thüringer Jugendtagen, der Designerin Katja Will, hatte sie auch Kleidung entworfen und über Ebay verkauft. Doch als sie mit ihrem Mann ein Landhaus in der Uckermark gekauft und eingerichtet hat, kamen ihr auch eine Menge Ideen zu Heimtextilien. „Ich finde Räume ohne Vorhänge, in denen es hallt, schrecklich.“ Also legte sie los: „Ganz egoistisch – ich selber habe vieles davon bei mir zu Hause.“ Inspiration fand sie etwa in den Makramee-Sternen der Oma oder bei ihren Reisen als UNICEF-Botschafterin – den Sitzwürfel „Mazamet“ im orientalischen Design für 50 Euro oder das Kissen „Salama“ im lateinamerikanischen Muster für 30 Euro gibt es über den Onlinehändler home24.de. Zwei Heimtextil-Kollektionen hat die Jung-Unternehmerin bisher entworfen, nach neuen Ideen suchte sie gestern auf der Messe „Heimtextil“ in Frankfurt.

Auf der Suche nach neuen Trends: Top-Model Eva Padberg im „Theme Park“ der „Heimtextil“. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Auf der Suche nach neuen Trends: Top-Model Eva Padberg im „Theme Park“ der „Heimtextil“.

Auf diese Weltleitmesse der Wohntextil-Branche kommen auch viele andere Stars aus dem Show- und Modedesign-Geschäft: Wolfgang Joop, Harald Glööckler oder Michael Michalsky. „Mit ihrer hohen Dichte an Marktführern und der enormen Vielfalt des Produktportfolios ist die Heimtextil hochgradig attraktiv“, sagte Detlef Braun, der zuständige Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

An der Schau nehmen bis Freitag 2963 Aussteller aus 67 Ländern teil, die meisten aus China (549 inklusive Hongkong), Indien (391) und Deutschland (322). Das sind 99 Teilnehmer mehr als noch 2016, zum Beispiel wuchs die Zahl der italienischen Unternehmen von 153 auf 177 und die der türkischen von 211 auf 245. Neu dabei sind bekannte Marken wie Saum & Viebahn oder Schmitz-Werke aus Deutschland, Hunter Douglas (Niederlande, Sonnenschutz), Lefebvre Textile aus Frankreich, Marzotto Lab aus Italien oder auch die Drucker Hersteller HP und Epson.

Seit dem Tiefpunkt 2010, als die „Heimtextil“ in der Krise steckte, ist die Zahl der Aussteller wieder um ein Fünftel gestiegen: „Eine der wenigen Turnaround-Storys bei Weltleitmessen“, freute sich Detlef Braun. Mit international 52 Textilmessen, zu denen knapp 20 000 Aussteller und mehr als eine halbe Million Besucher kämen, sei die Messe Frankfurt weltweit mit klarem Abstand Marktführer; dieses Jahr kommt die erste Schau in Afrika hinzu.

Weltweites Interesse: Klassische Bettwäsche beim Aussteller Curt Bauer. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Weltweites Interesse: Klassische Bettwäsche beim Aussteller Curt Bauer.

Umsatz gestiegen

Der Umsatz der deutschen Textilindustrie insgesamt hat nach Angaben des Branchenverbandes IVGT (Sitz Frankfurt) in den ersten neun Monaten 2016 um 3,9 Prozent zugenommen. Die „Herstellung konfektionierter Textilwaren“, zu denen laut Statistischem Bundesamt Decken, Bettwäsche, Tischdecken, Handtücher, Gardinen, Möbel- und Kissenbezüge gehören, kam im Jahr 2015 auf einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro, davon 1,3 Milliarden im Inland. In den ersten neun Monaten 2016 stieg der Umsatz um 6,8 Prozent auf 1,4 Milliarden, wobei ein Inlandsplus von 9,8 Prozent einem fast stagnierenden Auslandsgeschäft gegenüberstand.

Im Trend liegt beispielsweise Bettwäsche aus Baumwolle, deren Produktionswert im ersten Halbjahr 2016 um 12,2 Prozent gestiegen ist. Dagegen sank der Verkauf von Tischwäsche 2015 um 18 Prozent und im ersten Halbjahr 2016 erneut um 9,4 Prozent.

Im Einzelhandel blieb der Umsatz mit Heim- und Haustextilien – inklusive Importen und zu Endverbraucherpreisen – 2016 mit acht Milliarden Euro konstant, wie der Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE) mitteilte. Der Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie gab die Zahl der Beschäftigten in der Branche mit 18 000 an. „2016 festigte sich der Trend zu mehr Stofflichkeit in der Inneneinrichtung“, sagte Verbandsgeschäftsführer Martin Auerbach. Beispielsweise legte der Umsatz mit Möbelbezugsstoffen (bis November 2016) um 2,7 Prozent zu, mit Dekorationsstoffen und Gardinen um 1,0 Prozent und mit Bettwaren um 3,9 Prozent.

Das Wachstum bei Möbeldeko-Stoffen zeigt sich beispielsweise daran, dass dieses Jahr eine zusätzliche Hallenebene hinzugekommen – und ebenfalls komplett ausgebucht – ist. Aktuelle Tendenzen in der Branche, zusammengestellt von sechs internationalen Designbüros, sind auf der „Heimtextil“ in der Trendschau „Theme Park“ in Halle 6 zu sehen.

„Ökologische Herstellung“

Ein Beispiel ist da das australische Label KAS in Halle 11: Stark gefragt sei aktuell Baumwoll-Bettwäsche mit bunten Blumenmustern, sagte Frank Schäfer, Handelsvertreter für Deutschland: „Der Endverbraucher guckt auf das Material und die ökologische Herstellung ohne Chemie. Naturprodukte liegen im Trend.“

Desigual, die Modemarke der spanischen Firma Abasic, zeigt auf der „Heimtextil“ ebenfalls Bettwäsche oder Badtextilien in den typisch bunten Mustern, mit denen das Unternehmen auch in Deutschland stark gewachsen ist.

Blumendekore und leichte Pastellfarben hat auch Curt Bauer (Aue), eher bekannt für klassisch-edle Designs, als Neuheit im Angebot, zum Beispiel die Bettwäsche „Allegra“. Bei Tischdecken setzt der Hersteller auf individuelle Kundenwünsche, ein Plakat am Stand wirbt: „Maßanfertigung für Ihr Tafeltuch“.

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