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Kampf gegen Wucher: Bündnis nimmt Banken ins Visier

Wer sich verschuldet, ist oft doppelt gekniffen: er verliert nicht nur jeglichen Spielraum für Ausgaben, sondern muss oft auch noch Wucherzinsen zahlen. Ein Bündnis verschiedener Verbraucherzentralen will diese Bankenpraxis nun stoppen.
Überteuerte Preise und Wucherzinsen: Wer einmal in diese Spirale geraten ist, kommt nur selten ungeschoren aus der Kostenfalle heraus. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Überteuerte Preise und Wucherzinsen: Wer einmal in diese Spirale geraten ist, kommt nur selten ungeschoren aus der Kostenfalle heraus.
Leipzig. 

Ein Bündnis gegen Wucher will gegen überhöhte Kreditzinsen und sinnlose Zusatzversicherungen von Banken vorgehen. Immer wieder gerieten Verbraucher in ihrer finanziellen Not in die Schuldenfalle, hieß es zum Start des Bündnisses in Leipzig.

„Es geht um systematische Notlagen, verursacht von Banken”, sagte Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen. Derzeit sind zwar lediglich die Verbraucherzentralen Sachsen und Hamburg sowie das Institut für Finanzdienstleistungen im Boot. „Wir wollen in der Zukunft aber rasch weitere Partner gewinnen, um flächendeckend tätig zu werden”, betonte Heyer.

Vor allem die sogenannten Restschuldversicherungen sind den Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. Diese ließen die Zinsen oftmals auf das Doppelte gegenüber des marktüblichen Wertes ansteigen. „Viele Betroffene sind psychisch stark belastet, weil sie die Raten nicht mehr aufbringen könnten”, sagte der Direktor des Institutes für Finanzdienstleistungen, Dirk Ulbricht. Der Ausweg sei nicht selten die Verbraucherinsolvenz.

Das Bündnis forderte eine belastbare, objektive Statistik über Restschuldversicherungen sowie die Überprüfung der Kreditverträge. Zudem soll die Wucherrechtssprechung widerbelebt werden. „Letztendlich wollen wir aber, dass die Unternehmen verantwortungsvolle Produkte anbieten”, sagte Heyer.

(dpa)
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