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Dressur-Tipps vom Profi: Olympiasiegerin Isabelle Werth gibt Reitunterricht

Wenn die beste Dressurreiterin der Welt auf dem Kronenhof Reitunterricht gibt, laufen schon mal 1200 begeisterte Reiter zusammen. Für den Kronenhof war es so etwas wie ein Ritterschlag.
Dreigestirn (v. li.): Frank Henning (Veranstalter der „Alten Meister“), Isabell Werth und Hans-Georg Wagner (Gastgeber Hofgut Kronenhof). Bilder > Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch, Bad Hg.) Dreigestirn (v. li.): Frank Henning (Veranstalter der „Alten Meister“), Isabell Werth und Hans-Georg Wagner (Gastgeber Hofgut Kronenhof).
Bad Homburg. 

Stella Thiel ist ganz hibbelig. So hibbelig wie man eben ist, wenn man gleich vor 1200 Zuschauern zu Isabell Werth, der besten Dressurreiterin aller Zeiten, ins Viereck steigt. Die Abiturientin sitzt aufgeregt im Reiterstübchen des Kronenhofs. Während ihre Mutter oben noch letzte Hand an die Frisur anlegt, werden bei Stella unten die Knie etwas weich – ein bisschen. Sie freut sich wie Bolle auf den Unterricht, von dem sie noch ihren Enkeln erzählen wird.

Die 18-Jährige weiß, dass sie sich und ihr Pferd in ein paar Minuten den 1200 Gästen des von Eventmanager Frank Henning organisierten Lehrstücks „Alte Meister“ selbst vorstellen muss und überlegt schon, was sie den Leuten sagen wird. In jedem Fall, dass sie bei der Geburt von „Dawn“ selbst dabei war. Im Pyjama – das Fohlen kam bei Thiels daheim, nachts, auf die Welt, die ganze Familie war dabei.

Helikopter im Einsatz

Frank Hennig, der Mann, der die in Reiterkreisen als Olymp des Dressursports geltende Lehrserie „Alte Meister“ organisiert und damit Spitzensport und Basis vernetzt, strahlte übers ganze braungebrannte Gesicht: „1200 Leute, das kommt gleich nach München, da waren es 1500.“ Seit 18 Jahren organisiert er die berühmte, an seine Philosophie, im Pferd Partner und kein Sportgerät zu sehen, angelehnte Lehrserie. 600 000 Reiter waren bereits zu Gast. Nicht immer konnte er sicher sein, dass die Referenten, stets Mitglieder der Creme des Dressursports, rechtzeitig eintreffen. Einmal musste er einen sogar per Helikopter aus einem Autobahnstau ausfliegen, ein anderer war im Zug eingeschlafen und am Veranstaltungsort Freiburg vorbeigefahren. Hennings Freundin Isabell Werth jedoch war pünktlich, stand eine halbe Stunde vor der Zeit plötzlich in Jeans, Polohemd und rotem Pulli in der Halle, hatte sogar noch Zeit fürs TZ-Interview (siehe nebenstehenden Artikel).

Derweil bereiteten sich die Eleven, die für die Lehrstunde von Kronenhofchef Thomas Wagner ausgesucht waren, auf den Auftritt vor: D-Kader-Mitglied Stella Thiel mit Dawn, Kronenhofbereiter Dominik Russo mit Sonnentänzerin und Jennifer Buda, U25-Kader-Mitglied, mit Sacre Fleur. Den vierten Platz nahm Wagner, der Isabell Werth seit Jahren kennt, mit ihr im Bundeskader reitet und sich bei Großturnieren oft mit ihr gemessen hat, mit Amoricello selbst ein.

Perfekte Sonnentänzerin

Jeweils 30 Minuten hatte sich Werth für jeden Zeit genommen. Mit fachmännischem Blick erfasste sie die Situation, erkannte das Potenzial aller vier Pferde. Als sie die von Dominic Russo vorgestellte Sonnentänzerin sah, ihre perfekten Grundgangarten, rief sie begeistert ins Mikro: „Mensch, Thomas, und ich komm’ hier ohne Hänger her.“

Werth war nicht zum ersten Mal auf dem Kronenhof, musste daran aber von Hans-Georg Wagner, Seniorchef des Hofguts, erinnert werden. 2000, vorm Abflug zu Olympia nach Sydney, war die deutsche Reiter-Equipe auf dem Kronenhof zum Abschlusstraining. Auch eine sechsfache Olympiasiegerin, siebenfache Weltmeisterin, 14fache Europameisterin und zwölffache Deutsche Meisterin vergisst mal etwas.

Tänzerischer Trab, guter Galopp sowie einen exzellenten Schritt bescheinigte Werth dem Pferd von Jennifer Buda, korrigierte aber auch die Handhaltung der Reiterin. Diese setzte die Anweisungen perfekt um. Szenenapplaus. Den gab’s auch für Stella Thiel und Dawn: perfekte Dreierwechsel. An den Übergängen zwischen den Tempi muss sie noch feilen. Thomas Wagner und Amoricello kamen zum Schluss: Pirouetten, Traversalen, aber auch „Piff-Paff“, wie Werth Piaffe und Passage nennt. Andere sagen „Zippel-Zappel“. Sie ließ ihren Kaderkumpel ganz schön lange „zappeln“.

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