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Kurstadt-Derby: Tricks an der Trainerbank

Die „Nullfünfer“ verbessern sich durch das 1:0 im Stadtduell auf Rang zwei der Kreisoberliga. Sie haben aber noch mehr Luft nach oben, als es scheint.
Die geballten Fäuste des Siegtorschützen: Masiullah Mahbubi hat nach dem 1:0 mehrere Gratulanten (links Victor Radu). Bilder > Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Die geballten Fäuste des Siegtorschützen: Masiullah Mahbubi hat nach dem 1:0 mehrere Gratulanten (links Victor Radu).
Bad Homburg. 

Wenn man eine Erkenntnis aus der Kreisoberliga-Partie zwischen der SpVgg 05/99 Bomber und der DJK Bad Homburg mitnehmen konnte, dann diese: Ralf Haub hat nichts verlernt.

Im Gegenteil: Der ehemalige Fußballprofi (unter anderem für Eintracht Frankfurt und Viktoria Aschaffenburg) hat sogar noch den ein oder anderen Trick dazugelernt. Als ein verunglückter Ball kurz vor dem Ende der ersten Hälfte auf ihn zuflog, da drehte sich der 53-Jährige lässig ein und stoppte das Spielgerät mit dem verlängerten Rücken. „Bei dem großen Hintern auch kein Kunststück“, schallte es von den Rängen hinter der Trainerbank, und Haub musste grinsen.

Bilderstrecke Spiel der Woche: SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg gegen DJK Bad Homburg
Am 24. September trennten sich die Mannschaffen des SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg und DJK Bad Homburg mit 1:0. Masiullah Mahbubi (SpVgg, 2. v.li.) bejubelt sein Tor zum 1:0. li.: Victor Alexandru Radu.Mark Hohmann (DJK, re.), Masiullah Mahbubi (SpVgg)DJK-Trainer Jürgen Bornschein

Auch nach dem Abpfiff huschte Haub ein kurzes Lächeln übers Gesicht, doch dazwischen herrschte viel Frust. „Es war kein gutes Derby, kein gutes Kreisoberliga-Spiel, zu viele Fehlpässe, zu viel Kampf und Krampf“, lautete sein Urteil über die Partie zwischen dem bisherigen Fünften und dem Achten, das sein Team, die „Nullfünfer“, durch ein Kopfballtor von Masiullah Mahbubi (65.) mit 1:0 gewann.

Abwehrrecke Lukas Schirmer: „Ich bin ein Bomber ...

Manchmal muss man als Fußballer nicht glänzen, sondern einfach nur seinen Job erledigen. Das traf im Derby gegen DJK Bad Homburg auf Lukas Schirmer, Innenverteidiger der „Nullfünfer“, zu.

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In der Tat waren Chancen Mangelware – und die wenigen, die sich ergaben, wurden nicht genutzt. Victor Radu probierte es in der 7. Minute mit einem Heber, traf aber den Ball nicht sauber. In der 37. Minute versuchte es der Stürmer erneut, der beinahe zur DJK gewechselt wäre. Dieses Mal ging sein Heber knapp drüber.

Ratschlag vom Coach

„Gerade den Ersten muss er einfach ins Eck schieben oder mit dem Ball am Torwart vorbeigehen“, analysierte Haub nach dem Spiel. Während der Partie hatte er sich lautstark beschwert, dass „diese verdammten Lupfer mir auf…“ – nun, dass sie einen gewissen Körperteil unterhalb der Gürtellinie belasten würden. Gerade in der Flaute, in der sich der Torjäger befinde, sei es wichtig, die einfachen, aber effektiven Dinge vor dem Kasten zu machen, sagte Haub. Auch Radu selbst zeigte sich zunehmend frustriert. Bei seiner Auswechslung in der 68. Minute unterzog er daher sein Trikot einer Belastungsprobe. Das Textil zog dabei den Kürzeren.

Der wütende Stürmer

„Das hatte nichts mit der Auswechslung zu tun“, versicherte Radu später, „ich war wütend über meine Leistung. Die war nicht gut, da ist es normal, dass man ausgewechselt wird.“ Aktuell könne er aus beruflichen Gründen nicht trainieren, sei daher nicht in Form. Für seinen Trainer ein nachvollziehbarer Grund für das zerrissene Trikot, aber keine Entschuldigung. Haub: „Das geht gar nicht, da wird es eine Geldstrafe geben, und dann ist die Siegprämie eben wieder weg.“ Anlass zum Ärgern hatten auch die Gäste. Die DJK war die bessere Mannschaft, wie auch Manfred Purz, Sportlicher Leiter der „Nullfünfer“, anerkannte. „Über den gesamten Spielverlauf betrachtet, wäre am Schluss ein Unentschieden sicherlich nicht unverdient gewesen.“ So sagte es Purz.

Statistik

SpVgg Bad Homburg - DJK Bad Homburg SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg:

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Für DJK-Trainer Stephan Bodenröder hätte es mehr sein dürfen. „Wir waren die bessere Mannschaft mit den besseren Chancen“, sagte er, „doch wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir unsere Möglichkeiten nicht konsequent ausgespielt haben.“ Ob Yousofi (11.), Ogbasilase (33.), Hohmann (49.) und Günay (59.), Belfkih (26., 90.+3) – sie alle vergaben gute Gelegenheiten. Zudem kam Yassin Belfkih nach einer Viertelstunde im Strafraum zu Fall. Elfmeter? Sowohl der Angreifer der DJK als auch sein Gegenspieler schauten bei der Szene auf den Ball, die Entscheidung von Referee Zengin Karpuz ging in Ordnung. „Es ist schon enttäuschend“, gestand Bodenröder, „wir haben fast alles richtig gemacht, außer die Abschlüsse.“ Sein Textil ließ der Coach allerdings in Frieden.

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