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Abdi Uya Hundessa bleibt gesperrt

Von Neuigkeiten im „Fall Abdi Uya Hundessa“. Der Hessische Leichtathletik-Verband hat sich in seiner jüngsten Präsidiumssitzung mit dem Mittelstreckenläufer beschäftigt und einen Beschluss gefasst.
Limburg. 

Abdi Uya Hundessa, der bislang für den LC Mengerskirchen gestartet ist und ab 1. Januar das Trikot der LG Lahn-Aar-Esterau trägt, hat noch keinen endgültigen Beweis über seine Identität beim Hessischen Leichtathletik-Verband (HLV) erbracht. Dort spricht man offiziell nur vom Eingang „eines Schreibens“ und nicht vom Eingang eines „Dokumentes“. Und der HLV tappt auch nach der Post von der den Athleten vertretenden Anwaltskanzlei noch immer darüber im Dunkeln, ob Abdi Uya Hundessa tatsächlich der ist, der er vorgibt zu sein: ein Äthiopier, Geburtsjahrgang 1995 – oder vielleicht doch Undessa Taha Uya, Geburtsjahrgang 1991? Bis zur Klärung der Zusammenhänge hatte der HLV zunächst gegen Abdi Uya Hundessa eine Wettkampfsperre verhängt.

Chancengleichheit wahren

„Wir haben in unserer Präsidiumssitzung den Beschluss gefasst, die Wettkampfsperre für Abdi Uya Hundessa für die Altersklassen U20 und U23 aufrechtzuerhalten. Bei den Männern darf er allerdings starten“, erklärte Anja Wolf-Blanke, Präsidentin des Hessischen Leichtathletik-Verbandes im Gespräch mit der Nassauischen Neuen Presse. Bei den Männern ist es schließlich egal, wie alt ein Athlet tatsächlich ist. „Uns geht es vor allem darum, Chancengleichheit zu gewährleisten.“ Mehr kann der HLV zunächst nicht tun, schließlich ist der hessische Dachverband keine Ermittlungsbehörde. Allerdings behält sich das Präsidium eventuelle weitere Schritte vor.

Zur Erinnerung: Abdi Uya Hundessa, der im Trikot des LCM unter anderem Deutscher U23-Meister im Crosslauf sowie Deutscher U23-Hallenmeister über 1500 Meter geworden war, steht im Verdacht, in früheren Jahren unter dem Namen „Undessa Taha Uya“ bei Wettkämpfen an den Start gegangen zu sein und darüber hinaus nicht Jahrgang 1995, sondern Jahrgang 1991 zu sein. Aufgekommen waren die Zweifel an seiner Identität durch Fotos aus dem Jahr 2011, die den Läufer „Undessa Taha Uya“ im äthiopischen Nationaltrikot zeigen. Dieser gleicht Abdi Uya Hundessa – sowohl vom Gesicht als auch von seinem Körperbau sowie der Laufhaltung her – wie ein eineiiger Zwilling. Ein Läufer mit diesem Namen ist bereits im Jahr 2008 auf den Bahnen in Tschechien für Äthiopien gelaufen, später auch anderswo in Europa. Außerdem verwendete Abdi Uya Hundessa – zumindest bis zuletzt – eine E-Mail-Adresse, die auf den Namen „Taha Uya“ lautete.

Uya streitet Vorwürfe ab

Konkurrenten aus der Läuferszene hatten eine Siegerehrung mit Abdi Uya boykottiert mit der Begründung: „Der ist doch viel älter“. Abdi Uya Hundessa stritt im Gespräch mit der NNP sämtliche Vorwürfe ab (wir berichteten). Inzwischen ist Abdi Uya Hundessa – wie berichtet – zur LG Lahn-Aar-Esterau gewechselt, wo er von Trainer Lutz Preußner betreut wird. Ein Anwalt ist eingeschaltet und kümmert sich um seine Belange.

Interessanterweise ist in der vergangenen Woche Kathrin Roßtäuscher, die Vorsitzende des LAZ Lahn-Aar-Diez, das den Vorsitz für die Leichtathletik-Gemeinschaft Lahn-Aar-Esterau stellt, völlig überraschend zurückgetreten. Und mit ihr das Trainer-Ehepaar Christian und Jutta Lukas. Nach dem Grund für ihren Rücktritt befragt, sagt Kathrin Roßtäuscher: „Es sind keine spektakulären Gründe, es ist des Weiteren eine interne Sache des LAZ, die nur Athleten, Vereine, Eltern und Trainer betrifft. Und falls Sie denken, dass es mit unserem Neuzugang zu tun hat, muss ich Sie enttäuschen.“ Nach Informationen der NNP soll es zu einem Zerwürfnis zwischen Christian Lukas und Lutz Preußner gekommen sein.

Ab Januar LV Rheinland

Durch den Wechsel Abdi Uya Hundessas in den Rhein-Lahn-Kreis „entwischt“ der Athlet der Handhabe des Hessischen Leichtathletik-Verbandes und gehört ab 1. Januar unter die Obhut des Leichtathletik-Verbandes Rheinland (LVR). Allerdings ist auch der Deutsche Leichtathletik-Verband informiert und geht dem Fall juristisch nach.

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