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Prellball: In Hessen steht man auf den rasanten Zweier

Von Prellball ist eine Sportart, die vorwiegend im deutschsprachigen Raum gespielt wird und seinen Ursprung im Turnen hat. In Hessen entwickelte und behauptete sich eine besondere Variante des Rückschlagspiels.
Wie platziere ich den Ball am besten im gegnerischen Feld? Weiß greift an, Schwarz versucht zu parieren. Archivfoto: Verein Wie platziere ich den Ball am besten im gegnerischen Feld? Weiß greift an, Schwarz versucht zu parieren. Archivfoto: Verein
Bad Camberg. 

Diejenigen, die es klassisch mögen, bilden zu viert ein Team. Dreimal darf der Ball berührt werden, dann sollte er fest oder platziert übers gerade mal 40 Zentimeter hohe Netz geschlagen werden. Doch einigen Hessen war dies einst nicht rasant genug. In den 20er Jahren traten Begeisterte dieser Sportart in Zweier-Teams gegeneinander an. Vorreiter waren Prellballspieler aus Frankfurt-Sachsenhausen und auch aus Hanau.

Gespielt wurde damals noch nicht in der Halle, sondern auf Asphalt, sagt Roman Pflüger. Der 71-Jährige aus Bad Camberg und Ehrenpräsident der örtlichen Turngemeinde ist einer der Protagonisten der kleinen hessischen Prellballszene, die sich auf diese Spielform spezialisiert hat. „Für uns ist das ,Zweier‘ die schnelle Variante, das ,Vierer‘ ist statischer“, beschreibt Pflüger, der seit seinem zwölften Lebensjahr und auch noch heutzutage mit dem Ball prellt, den großen Unterschied.

Beim Deutschen Turnfest 1958 in München wurde das Zweier-Prellball erstmals einer breiten Öffentlichkeit dargeboten. 25 Jahre später beim Deutschen Turnfest in Frankfurt, sagt Pflüger, spielte man offiziell eine Meisterschaft aus. Während es im „Vierer“ für Männer und Frauen eine dreigleisige Bundesliga gibt, wird im „Zweier“ eben nur der Hessenmeister ermittelt.

Titelverteidiger ist der TV Esch A mit Jan Kirchner und Andreas Ries. Das Duo aus Waldems belegt aktuell allerdings mit 26:8 Siegen nur den vierten Platz. Davor sind die TG Bornheim A (32:2), der TSV Ernsthausen (30:4) und TV Eschersheim A (27:7) platziert. Der dritte Spieltag der höchsten Spielklasse (Landesliga) ist am 28. Januar in Langenselbold, und das „Finale“ steigt am 4. März in Bad Camberg. Dort wird dann auch der Verbandsliga-Meister und der zweite Aufsteiger ermittelt.

Gespielt wird dann in zwei Hallen der Kreissporthalle und auf zehn Spielfeldern; 18 Teams gibt es. Die Größe beträgt 6 mal 14 Meter, das gespannte Band ist 35 Zentimeter hoch.

Bei den Frauen führt die TG Ober-Rosbach (14:2) das Klassement der höchsten Spielklasse an. Gute Chancen auf den Titel hat auch der TV Eschhofen (13:3) mit Katja Hütter und Iris Kaiser. Weitere Spieltermine sind am 28. Januar in der Limburger Goetheschule und eben am 4. März in Bad Camberg.

Roman Pflüger, von 1979 bis 1992 Landesfachwart im Hessischen Turnverband (HTV), wird dann seine Expertise abgeben, wenn er nicht selbst aktiv ist mit dem Prellball in seiner Altersklasse. „Ich spiele noch gerne und mit großem Engagement. Ich bin im Unruhestand“, sagt der Stadtrat Bad Cambergs über sich.

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