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Kinder und der Spaß am Fußball

FAIRPLAY-Liga ? Was bedeutet das? Eine weitere dezentrale Kurzschulung mit dem Thema “ FAIRPLAY-Liga“ für Fußball-G-, F- und A-Junioren fand kürzlich auf der Rasen-Sportanlage in Eschhofen statt.
Die Teilnehmer der Schulung des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) und zwei Juniorenmannschaften ließen sich vom Referenten des HFV zu einem ernsten Thema unterrichten.	Foto: van der Burg Foto: Picasa Die Teilnehmer der Schulung des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) und zwei Juniorenmannschaften ließen sich vom Referenten des HFV zu einem ernsten Thema unterrichten. Foto: van der Burg
Limburg-Weilburg. 

Der Koordinator für Qualifizierung, im Kreisfußballausschuss (KFA) Marcus Kasteleiner, freute sich über die Teilnahme von 35 Vereinsvertretern und über die Anwesenheit von Michael Hess, der als Dozent des Hessischen-Fußball-Verbandes (HFV) anwesend war. Der 50-Jährige Taunussteiner ist ein Fachmann für dezentrale Kurzschulungen in den Fußball – Kreisen des HFV.

Den Erfolgen der deutsche Nationalmannschaft und vieler Profivereine ist es zu verdanken, dass der Fußball große Popularität genießt und immer jüngere Kinder vom Fußballfieber angesteckt werden. Oft sind dabei die Erwartungen an den Kinderfußball sehr hoch und nicht selten suchen Eltern im Fußball den großen Erfolg für ihre Kinder und sich selbst. Dabei geht es im Kinderfußball doch einzig und allein darum, fußballbegeisterten Mädchen und Jungen Spaß am Sport und an der Bewegung zu vermitteln. Bestrebungen nach unbedingtem Sieg und die damit verbundenen Probleme sind deshalb völlig fehl am Platz.

Aus diesem Grund möchte der Verbandsjugendausschuss des Hessischen Fußball-Verbandes ab der Saison 2014/15 das kindgerechte Spielsystem FAIRPLAY-Liga für die G- und F-Junioren einführen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen im Kinderfußball zu beruhigen und alle Beteiligten, also Vereine, Trainer und Eltern, für die eigentliche Aufgabe des Kinderfußballs zu sensibilisieren. Die Liga beinhaltet eine aktive Veränderung der Spielgrundlagen, die sich im Regelspielbetrieb des Kinderfußballs bewährt hat.

Erfinder der „Fair-Play-Liga“, die es seit 2007 gibt, ist Ralf Klohr. Schlüsselerlebnis war für ihn zwei Jahre davor ein Spiel zweier F-Jugend-Mannschaften, das abgebrochen werden musste, weil es zu einer Schlägerei unter Eltern gekommen war.

Gerade in diesem Alter so Michael Hess, bietet der Sport großartige Möglichkeiten für die Entwicklung eines Kindes. Es kann Selbständigkeit lernen und lernen, sich durchzusetzen und Regeln zu beachten. Der Kinderfußball befindet sich im Umbruch. Nachdem jahrelang ein starres Staffelsystem nach den Regeln gespielt wurde, hat man inzwischen überall erkannt, dass sich hier etwas ändern muss. Durch die Trainer und die Eltern wird zu sehr auf die Leistung geschaut.

Fußball soll Spaß machen, kein Stress sein. Das Kicken im Verein soll begeistern. Auch sollte man verlieren dürfen, ohne dass einem von allen Seiten der Kopf gewaschen wird. Kinder kann man nur über Jahrzehnte an den Fußballsport binden wenn sie Training und Spiel nicht als Belastung, sondern als Bereicherung empfinden.

Können Kinder überhaupt selbst entscheiden ? Ja, Kinder können sehr gut Regeln lernen, beherzigen und einhalten, wenn diese eingefordert werden. Wenn sie das Vertrauen spüren, werden sie sehr schnell eigenständig und haben dann die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit zu stärken und weiter ins Spiel einzubringen. Bei Kindern, die sich noch nicht trauen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, helfen die Mitspieler oder Trainer.

Können Kinder ohne Anweisungen Miteinander auskommen ? Auch das geht. Kinder lieben Fußball und verstehen genau den Sinn. Vorne muss der Ball rein und hinten muss verhindert werden, dass der Ball ins eigene Tor geht. Je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder sieht das für Erwachsene schon mal ungewohnt aus. Die Kinder jedoch suchen sich ihren eigenen Weg und lernen schnell.

Müssen Eltern so weit weg vom Spielfeld ? Auch hier heißt die Antwort, ja. Liebe braucht Abstand, Vertrauen und Zutrauen. Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Im Spiel fiebern sie mit ihren Kindern und wollen helfen. Der Abstand hilft ihnen, ihr Kind loszulassen und den Kinderfußball als das zu sehen, was er ist: Ein Spiel.

Zum Abschluss der Veranstaltung standen sich die F-2-Mannschaften vom VfL Eschhofen und der JSG Brechen gegenüber. Der C-Lizenzinhaber und DFB-Jugendmanager Michael Hess gab den Betreuern noch folgendes mit in die Vereine: „Lasst den Kindern diesen neugewonnen Freiraum und lebt dies mit ihnen, beobachtet sie und merkt, dass nach fünf Minuten auf der Rückfahrt nach Spielende andere Themen eine Rolle in den jungen Köpfen spielen, als verlorene drei Punkte oder ein überwältigender Sieg. Denn wenn der Druck und die Ansprache von draußen weggelassen wird, dann sprechen die Kinder eine andere Sprache und führen Gedanken, auf die ein Erwachsener nach der Partie nicht kommt. Ein Fehlpass, verlorene Zweikämpfe oder fehlende Taktik gehören nicht zu den Hauptthemen der Kids. Hört genau hin und ihr erkennt, wie unwichtig so manches Ergebnis schlussendlich ist“.

Marcus Kasteleiner bedankte sich bei Michael Hess sowie beim VfL Eschhofen, der als Ausrichter für keinen der Teilnehmer keine Wünsche offen ließ.

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