Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Limburg an der Lahn 5°C

Triathlon: Knossalla: „Einmal einen Ironman gewinnen“

Von Seit drei Jahren ist Matthias Knossalla Triathlon-Profi. Als wir ihn nach seinem größten sportlichen Traum fragten, lautete seine spontane Antwort: „Einen Ironman gewinnen und 2019 auf Hawaii starten.“ Dieses Projekt beginnt für den Limburger schon in diesen Wochen.
Zielankunft: Matthias Knossalla bei der Challenge Samorin in der Slowakei, die er als Zweiter über die Mitteldistanz (2 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) beendete. Foto: www.smikmatorphoto.com Zielankunft: Matthias Knossalla bei der Challenge Samorin in der Slowakei, die er als Zweiter über die Mitteldistanz (2 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) beendete.
Limburg. 

Es kommt inzwischen nur noch recht selten vor, dass Matthias Knossalla seine Heimat  Limburg besucht. Die meiste Zeit des Jahres treibt sich der Weltenbummler irgendwo herum auf dem blauen Planeten; immer da, wo es wärmer und beständiger ist als in „good old Germany“ oder wo gerade der nächste Wettkampf oder das nächste Trainingslager anstehen. Der 32-Jährige kommt jetzt ins beste Triathlon-Alter. Ein Grund mehr für den Diplom-Sportwissenschaftler, das große Ziel in Angriff zu nehmen: es als Profi zum Ironman auf Hawaii zu schaffen.

Leichter gesagt als getan, denn das wollen viele; vor allem in Deutschland. „Die besten Triathleten der Welt kommen aus Deutschland“, weiß Matthias Knossalla, der den Hawaii-Sieg von Patrick Lange vor vier Wochen nachts vor dem Fernseher erlebt hat. So wie Lange will er auch irgendwann auf dem berühmten Pazifik-Archipel ins Ziel laufen und die Blumengirlande erschöpft, aber glücklich entgegennehmen. Am liebsten 2019.

Nicht sehr beliebt bei den Triathleten: das Schwimmen. Matthias Knossalla trägt es mit Fassung und krault weiter. Bild-Zoom
Nicht sehr beliebt bei den Triathleten: das Schwimmen. Matthias Knossalla trägt es mit Fassung und krault weiter.

Wir möchten Matthias Knossalla durch das Triathlon-Jahr begleiten. Er wird künftig den Lesern der Nassauischen Neuen Presse von überall auf dieser Welt in einem Blog darüber Bericht erstatten, wie es ihm geht, was er macht, was er plant. So stellt sich der Profi aus Limburg, der nicht nur seinen Sport zum Beruf gemacht, sondern inzwischen ein kleines Unternehmen drumherum aufgebaut hat, die kommenden zwölf Monate vor:

  November: Der Monat des langsamen Einsteigens nach dreiwöchiger Pause. Hier ballen sich diverse Verpflichtungen mit Sponsoren und Ausrüstern. Von letzteren hat Matthias Knossalla immerhin etwa acht. Unter anderem stellt ihm ein Ausrüster aus Limburg ein High-Tech-Rad im Wert von rund 10 000 Euro zur Verfügung. „Das nehme ich, packe es ins Auto und fahre damit direkt zu Lloyd Thomas, dem Fahrrad-Guru in Bensheim“, berichtet Matthias Knossalla. Lloyd Thomas ist bekannt dafür, dass er die Räder – auch vieler Stars bei der Tour de France – punktgenau auf den jeweiligen Fahrer einstellt. „Danach setzt du dich drauf und fühlst dich mit dem Bike nahezu verwachsen“, schwärmt Matthias Knossalla. Rad und Fahrer fusionieren.

  Dezemer: Am 3. Dezember steht das erste große Trainingslager an: drei Wochen Mallorca. Hört sich gut an, hat aber mit dem vermeintlichen Urlaubsfeeling überhaupt nichts gemein. Im Gegenteil: Nach den drei Wochen wird Matthias Knossalla etwa 1500 Kilometer Rad gefahren, 160 Kilometer gelaufen und 50 Kilometer geschwommen sein – im Hallenbad; das Wasser im Meer ist viel zu kalt.

  Januar: Das zweite große Trainingslager steht an: zwei bis drei Wochen auf der Kanaren-Insel Lanzarote. Dort wird Matthias Knossalla eine andere Bekannte aus dem NNP-Sport-Land treffen: Nele Schilling aus Elz, Schwimmerin vom SV Poseidon Limburg. Sie wird dort als Kadermitglied des Deutschen Schwimm-Verbandes am gemeinsamen Trainingslager mit den Triathleten teilnehmen. Eingebettet in die Trainingswochen ist ein erster Duathlon mit anderen Profis. Zweimal schon hat sich Matthias Knossalla diesem Wettkampf unterzogen, einmal war er Fünfter, einmal Vierter.

  Februar: Wieder geht es auf die Balearen nach Mallorca. Diesmal nicht ins Trainingslager, sondern mitten hinein ins Wettkampfgeschehen, dem „Duathlon-Powerman“ – zum Einstieg ins Wettkampfjahr sozusagen.

  März: Jetzt steht der Triathlon-Auftakt bevor. Auf Teneriffa will Matthias Knossalla beim Ocean-Vava auf der Mitteldistanz starten. Zur Belohnung warten endlich mal wieder zwei Wochen in der Heimat in Limburg auf den Profi. Hier kann er seinen müden Körper ausruhen und die Seele baumeln lassen, um Kraft zu tanken für das, was kommen wird.

  April: Wieder heißt das Reiseziel Mallorca. Auch diesmal nicht zum Urlauben. Eingebettet in das erneute Trainingslager ist am 8. April der internationale 1-100-10-Triathlon, eine boomende Variante, bei der die Athleten einen Kilometer schwimmen, 100 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer laufen müssen. „Diese Wettkampf-Distanzen werden von den Athleten zurzeit super angenommen“, weiß Matthias Knossalla.

  Mai: Was der Wonnemonat bringen wird, darüber ist Matthias Knossalla noch nicht so ganz mit sich im Reinen: „Entweder werde ich einen ersten Asien-Tripp unternehmen oder am 70.3-Wettkampf in Barcelona teilnehmen.“ 70.3? Laut Wikipedia: „Ironman 70.3 ist eine Triathlon-Rennserie und Markenname der kommerziellen World Triathlon Corporation (WTC), deren Einzeldistanzen jeweils die Hälfte derer des Ironman Hawaii betragen.“ Das heißt: 1,9 km (1,2 Meilen) Schwimmen, 90 km (56 Meilen) Einzelzeitfahren ohne Drafting und 21,1 km (13,1 Meilen) Laufen; macht zusammen 70,3 Meilen.

  Juni: Es wird so richtig ernst. Im sechsten Monat des Jahres 2018 warten gleich zwei Highlights: der 70.3 in Estland und der 70.3 in Finnland.

  Juli: Da die Profis über ein Jahr verteilt Punkte sammeln müssen, um sich für die ganz großen Wettkämpfe qualifizieren zu können, versuchen sie sich natürlich gegenseitig irgendwie aus dem Weg zu gehen und einen Wettkampf zu finden, bei dem sie möglichst unter die besten Fünf kommen können. Das bringt Punkte. Aus diesem Grund probieren die Besten auch ganz neue Wettkämpfe abseits der üblichen „Ballungszonen“ aus. Einer davon könnte die „Challenge Island“ werden oder vielleicht der „Schweiz Tri-Star“, ebenfalls ein „1-100-10“-Wettbewerb.

  August: Die unmittelbare Qualifikation für den legendären Ironman auf Hawaii 2019 steht an; das ehrgeizige Ziel Matthias Knossallas. Die Punkte dafür werden ab August 2018 gezählt. Von jetzt an ist jeder Wettkampf extrem wichtig. „Etwa 1000 Profis wollen dorthin, aber nur die besten 50 werden es schaffen. Ich habe es noch nie bei den Profis versucht“, erklärt der Limburger nahezu ehrfürchtig. „Die Uhr läuft ab August.“

  September: Der nächste 70.3er auf Rügen ist geplant. Und anschließend beginnt die unmittelbare Vorbereitung auf den „Ironman Taiwan“.

  Oktober: Jetzt gilt es auf den Punkt fit zu sein. Am 7. Oktober steht der „Ironman Taiwan“ in Penghu auf dem Programm. „Mein Ziel sind die Top Fünf, ganz klar. Hier will ich möglichst viele Punkte sammeln exakt ein Jahr vor dem Ironman Hawaii 2019“, macht sich Matthias Knossalla selbst ganz schön Druck. Wer wie viele Ironman-Wettkämpfe bestreitet, bleibt jedem Athleten selbst überlassen. Die besten fünf Ergebnisse jedenfalls werden gewertet. Auf geht’s!

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse