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Sieben-Punkte-Plan: Al-Wazir will weniger Nachtflüge am Frankfurter Flughafen

Von Noch nie gab es am Frankfurter Flughafen so viele Verspätungen wie in diesem Sommer. Das ärgert Passagiere und Anwohner – vor allem in der Nacht. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat sieben Forderungen für mehr Ruhe aufgestellt.
Landeanflug am Abend Foto: Daniel Reinhardt (dpa) Ryanair als besonders fleißige Sünderin: Ein Flugzeug im Landeanflug auf den nächtlichen Flughafen Frankfurt.
Wiesbaden. 

Der Billigflieger Ryanair gehört zu den Fluggesellschaften, die am häufigsten durch verspätete Landungen nach 23 Uhr auffallen. Doch auch Condor und andere Airlines muteten den Anwohnern der Region in den Sommermonaten eine Vielzahl an Ruhestörungen zwischen 23 Uhr und Mitternacht zu. Trotz des Nachtflugverbots sind Landungen in dieser Stunde in Ausnahmefällen erlaubt. Diese häuften sich aber so extrem, dass der Druck auf den hessischen Verkehrsminister wuchs, diese Zahlen zu senken.

Die Ausnahmeregeln

In Frankfurt gilt zwischen 23 und 5 Uhr ein Nachtflugverbot; nach 23 Uhr sind verspätete Landungen in Ausnahmefällen möglich, wenn sie sich nicht aus einem zu eng getakteten Flugplan ergeben.

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Gestern legte Al-Wazir nun einen Sieben-Punkte-Plan für mehr Nachtruhe vor, der allerdings nicht etwa Maßnahmen seines Ministeriums enthält, sondern Forderungen an Fraport, Flugsicherung, Fluggesellschaften und den Bund.

1. Flugbewegungen begrenzen: Die Airlines sollen mehr zeitliche Puffer in ihre Flugplangestaltung einbauen. Fraport habe bereits angekündigt, in den nächsten Flugplanperioden auf Erhöhungen der Flugbewegungen in den Stoßzeiten zu verzichten, begrüßte A-Wazir.

2. Ordnungswidrigkeitsverfahren: Wenn Flüge regelmäßig verspätet ankommen, leitet das Land Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Piloten ein, weil die Fluggesellschaften nicht direkt belangt werden können. Das will Hessen ändern und bringt dazu am Freitag eine Initiative in den Bundesrat ein.

3. Erhöhung der Bußgelder: Airlines, wie zum Beispiel Ryanair, die das Nachtflugverbot systematisch verletzen, sollen deutlich höhere Geldbußen zahlen müssen als bisher. Das müsste der Bundestag beschließen.

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Es war eine bewusste Entscheidung von Tarek Al-Wazir, als Grüner ausgerechnet die Verantwortung für den Ausbau des Frankfurter Flughafens zu übernehmen.

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4. Erhöhung der Lärmentgelte: Nach dem Willen des Ministers soll Fraport die Entgelte für verspätete Landungen deutlich erhöhen.

5. Luftsicherheitskontrollen neu ordnen: Fraport soll anstelle des Bundes zuständig sein für die Sicherheitskontrollen der Passagiere. Die Fachaufsicht möchte Al-Wazir beim Land ansiedeln. Das hätte den Vorteil, dass modernere Kontrollgeräte eingesetzt werden könnten. Damit sei es an anderen europäischen Flughäfen schon jetzt möglich, dass mehrere Passagiere gleichzeitig ihr Gepäck aufs Band legen können, was die Abfertigung deutlich beschleunige. Für den Bund ist es aber noch nicht möglich, diese Geräte anzuschaffen, weil es noch keine behördliche Freigabe dafür gibt.

Ein Airbus ist vor der Skyline im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen. Foto: Arne Dedert/dpa
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6. Mehr Personal für die Flugsicherung: Um den deutlichen Anstieg des Flugverkehrs besser bewältigen zu können, soll die Deutsche Flugsicherung (DFS) ihr Personal sowie die Ausbildungskapazitäten aufstocken und Mitarbeiter flexibler einsetzen. Da die DFS zu hundert Prozent dem Bund gehört, richtet sich auch diese Forderung nach Berlin. Außerdem fordert der Minister eine Harmonisierung der europäischen Flugsicherungen.

7. Flugpläne überprüfen: Al-Wazir möchte die Airlines verpflichten, ihre Unterlagen für Abflüge nach 21.30 Uhr dem Ministerium zur Prüfung vorzulegen, damit die Behörde frühzeitig auf mögliche Probleme hinweisen kann.

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