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Busstreik in Rhein-Main: Busverkehr in vielen Orten Hessens steht still - Streik auch Dienstag

Wer sich nicht frühzeitig um eine Alternative bemüht hatte, konnte am Montag an der Bushaltestelle alt werden. Ein Ende des Ausstands ist nicht in Sicht.
„Wir sind es wert” steht auf der Weste eines streikenden Busfahrers. Foto: Boris Roessler „Wir sind es wert” steht auf der Weste eines streikenden Busfahrers. Foto: Boris Roessler
Frankfurt/Gießen.  Am ersten Schultag nach den Ferien sind in vielen Orten Hessens die Busse im Depot geblieben. Auch am Dienstag wollen die Fahrer weiter streiken.

Die Gewerkschaft wertete die Aktion am Montag als großen Erfolg: «Es haben sich noch mehr Fahrer beteiligt als im Vorfeld zugesagt hatten», sagte Streikleiter Jochen Koppel. «Unsere Erwartungen wurden übertroffen.» Der unbefristete Ausstand werde fortgesetzt: «Wir werden auf jeden Fall morgen weiterstreiken», kündigte Koppel an.

Verdi verhandelt mit dem privaten Busverkehrsverband über einen neuen Entgelttarifvertrag und den Manteltarifvertrag. Beim Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) stieß der Streik auf Kritik. Die Gewerkschaft trage den Tarifkonflikt «auf dem Rücken der Schüler und der übrigen Fahrgäste» aus, sagte Geschäftsführer Volker Tuchan am Montag. Die Forderungen seien «überzogen».

Wie viele der knapp 2500 Busfahrer, die dem LHO-Tarif unterliegen, sich genau an dem Ausstand beteiligt haben, sei schwer zu sagen, berichtete Koppel. Auf eine zentrale Kundgebung, deren Teilnehmer man zählen könnte, habe man verzichtet. In vielen großen Orten liege die Beteiligung aber bei 100 Prozent: «Da steht alles.»

Ein Busfahrer streikt. 2013 brachte das einen Erfolg, den die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi jetzt wiederholen möchte. Ab Montag sind die Busfahrer in Frankfurt im Warnstreik. 63 Linien in Frankfurt werden voraussichtlich stillstehen, womöglich die Nachtbusse ebenfalls.
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In Frankfurt kam der Busbetrieb nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq auf fast allen der 63 Buslinien zum Erliegen. «Wir haben alle ein gemeinsames Ziel, und wir streiken so lange, bis wir es erreichen», sagte der Frankfurter Streikleiter Sezer Acet. Gut für die Fahrgäste: Im dicht gestrickten Nahverkehrsnetz der Metropole können die Menschen auf S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Regionalzüge ausweichen.

Auch in Darmstadt blieben am Montagmorgen alle etwa 80 Busse im Depot, wie das Nahverkehrsunternehmen HEAG mobilo mitteilte. Streikende Busfahrer blockierten die Betriebshöfe. Die Straßenbahnen verkehrten regulär und federten den Streik ab. Im Umland wichen viele auf Autos aus - der Verkehr war deutlich dichter als sonst.

In Marburg verkehrten ebenfalls keine Stadtbusse. Auch die rund zehn Stadtbuslinien in Gießen standen still.

In Fulda legte am Morgen knapp jeder zweite Busfahrer die Arbeit nieder. «57 Prozent der Busse fahren», sagte Mathias Schmidt von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der RhönEnergie Fulda. Allerdings seien die Auswirkungen in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Im Stadtgebiet Fulda gehe fast gar nichts, im ländlichen Raum würden einige Linien unregelmäßig verkehren. «Die Lage ist unüberschaubar», sagte Schmidt.

Nicht alle Busfahrer im Land waren zum Streik aufgerufen: Einige werden nach einem anderen Tarifvertrag bezahlt, andere Busbetriebe standen nicht auf der Liste der 20 streikenden Unternehmen. So blieben zum Beispiel Wiesbaden und Teile Nordhessens außen vor. Das Kultusministerium kam den betroffenen Familien entgegen: Wer wegen des Streiks nicht zur Schule kommen könne, sei entschuldigt.

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