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Fatale Bluttat: Frau in Offenbach erschossen: Die Nachbarn sind entsetzt

Von In Offenbach wird eine Frau am frühen Freitagmorgen erschossen. Die Polizei rätselt über die Hintergründe. Die Anwohner in dem Viertel sind schockiert.
In Offenbach ist am Freitag eine Frau erschossen worden. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) In Offenbach ist am Freitag eine Frau erschossen worden.
Offenbach.  Sie hätten die Schüsse gehört, sagen sie. Aber dass es wirklich Schüsse aus einer Pistole sind, das hätten sie nicht geahnt. „Ich dachte, das wären halt mal wieder Böller“, sagt einer der Jungs mit den Jogginghosen und die anderen stimmen ihm zu. Etwas verloren stehen sie vor dem Nahkauf-Einkaufslädchen neben Birnen, Äpfeln und Orangen und scheinen nicht zu wissen, wohin mit sich.

Eine Wohnsiedlung im Offenbacher Stadtteil Waldhof, ein umzäunter Bolzplatz, abgesperrte Mülltonnen, um die Ecke wehen müde einige Fahnen im Wind: Kurz nach acht Uhr am Freitagmorgen gehen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Ein Mann hat auf offener Straße auf eine Frau vor ihrem Wohnhaus in der Ottersfuhrstraße geschossen. Er feuert mehrere Schüsse ab. Wie viele genau, will die Polizei noch nicht sagen. Während sie zusammenbricht, steigt er in sein Auto und fährt davon.


Die Polizei kann die 40 Jahre alte Frau nicht mehr retten. Noch bevor sie in Krankenhaus gebracht werden kann, stirbt die Frau. Sie hinterlässt zwei Kinder. Bis zum Abend steht nicht fest, was die Hintergründe der Tat sind. Die Polizei teilt lediglich mit, dass Schütze und Opfer sich kannten, aber nicht, in welcher Beziehung sie zueinander standen.

„Dass so etwas passiert, tut weh, besonders wegen der Kinder“, sagt einige Stunden später die Frau vom Dönerladen gegenüber. Sie sitzt vor ihrem Geschäft und raucht. Kundschaft hat sie heute keine. Dafür hat ihr Telefon den ganzen Morgen geklingelt. Ihre Bekannten hatten gehört, dass in ihrem Stadtteil jemand erschossen worden war.

Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern. Die Anrufer konnte sie beruhigen. Aber sie kennt die Kinder des Opfers. Oft hätten sie bei ihr eingekauft, erzählt sie. Dann überlegt sie kurz: Eigentlich habe sie die Mutter schon länger nicht mehr gesehen. „Ich habe meine beste Kundin verloren“, sagt sie aber trotzdem.

Bluttat Frau in Offenbach erschossen – Tatverdächtiger gefasst

Bluttat in Offenbach: Im Offenbacher Stadtteil Waldhof hat am Morgen ein Mann eine Frau auf offener Straße angeschossen – kurz danach erlag sie ihren Verletzungen. Der Täter ist inzwischen gefasst.

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Die Kassiererin des Nahkauf-Lädchens berichtet, dass die Verstorbene bekannt war im Viertel. Wenn nicht persönlich, dann kannten die Anwohner sie vom Sehen. Mit ihrem großen Hund habe sie immer Spaziergänge gemacht. An einer Ecke vor dem Laden steckt eine Holzstange im Boden, da habe sie den Hund dann immer angebunden, wenn sie im Laden einkaufen gegangen sei. Der Hund musste draußen bleiben, weil er viel gebellt und das den Kindern Angst gemacht habe.

Die Spurensicherung ist auch schon bald nach den Schüssen am Tatort. Lange Absperrbänder flattern um den Wohnblock. Zwei kleine Kreidekreise auf dem Boden werden später die letzten Überbleibsel sein, die hier noch an das erinnern, was am Morgen passiert ist. Währenddessen leitet die Polizei eine öffentliche Fahndung nach dem Schützen ein. Für die Offenbacher Anwohner bestand keinerlei Gefahr, erklärt ein Sprecher der Polizei später.

Stunden später geht eine Luke am Kiosk auf der Ecke hoch, ein Kaffee wird herausgereicht. „Man denkt ja nicht, dass so etwas vor der eigenen Haustür passieren kann“, brummt der Mann in dem grünen Parka, der an einem der Stehtische lehnt.

Die letzten Schaulustigen haben hier vor dem einsetzenden Regen Zuflucht gesucht. Reden will der Mann eigentlich nicht. Er lebt in dem Häuserblock gegenüber, wie es das Opfer mit ihren Kindern auch getan hatte. Er habe aber nichts gesehen oder gehört. „Das ist ein ganz normales Viertel, die Leute gehen arbeiten, junge Familien wohnen hier.“

Am Mittag kann die Polizei vermelden: Die Ermittler haben einen 32 Jahre alten Mann aus Offenbach festgenommen. Ein Hinweis hatte sie auf die richtige Fährte geführt. Um 12.45 Uhr schlagen die Beamten zu. Sie können den mutmaßlichen Schützen in einer Wohnung im Stadtteil Lauterborn fassen.

Er leistet keinen Widerstand. Der festgenommene Verdächtige soll die tödlichen Schüsse abgegeben haben. Mehr wissen die Polizisten noch nicht. Mehr wollen sie noch nicht mutmaßen. Gegen den Verdächtigen wird nun wegen Totschlags ermittelt. Die Obduktion des Leichnams seines Opfers ist anberaumt.
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