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Hessens Arbeitsmarkt startet mit Rückenwind ins neue Jahr

Wegen der anhaltend guten Konjunktur finden in Hessen immer mehr Menschen Arbeit. Das dürfte sich auch 2018 in der Tendenz kaum ändern. Dennoch haben die Vermittler ernste Sorgen.
Ein Mann geht in Wiesbaden (Hessen) zur Agentur für Arbeit. Foto: Arne Dedert/Archiv Ein Mann geht in Wiesbaden (Hessen) zur Agentur für Arbeit.
Frankfurt/Main. 

Hessens Arbeitsmarkt geht mit kräftigem Rückenwind ins neue Jahr. Mit lange nicht erreichten Rekord-Niedrigzahlen für den Dezember und das Gesamtjahr zeigt sich die aktuelle Beschäftigungssituation entspannt, wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Bericht der Arbeits-Regionaldirektion hervorgeht.

Direktionschef Frank Martin warnte angesichts von fast 54 000 unbesetzten Stellen vor einem langfristigen Fachkräftemangel. Das Potenzial von Langzeitarbeitslosen, Älteren und auch Frauen müsse weiter ausgeschöpft werden. Viele Flüchtlinge seien trotz Sprachkursen und Qualifizierungen noch nicht so weit, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können, erklärte Martin.

Im besten Dezember seit 24 Jahren war selbst der sonst zu dieser Jahreszeit übliche Anstieg der Arbeitslosenzahl ausgeblieben, was auch mit dem bislang milden Wetter zu tun hat: Die Baustellen können weiterlaufen, weniger Menschen in Außenberufen verlieren ihre Jobs. Mit 156 353 Männern und Frauen waren in dem Monat 88 Menschen in Hessen weniger arbeitslos gemeldet als im November. Vor einem Jahr waren fast 10 000 Arbeitslose mehr registriert. Die Arbeitslosenquote blieb vom Vormonat unverändert bei 4,7 Prozent.

Auch für das Gesamtjahr 2017 konnte die Direktion von einem Rekord berichten: Im Jahresdurchschnitt waren 166 287 Menschen arbeitslos gemeldet, auch das der niedrigste Wert seit 24 Jahren. Der Abbau der Arbeitslosigkeit werde auch 2018 weitergehen, erklärte Martin. Ein Einbruch der Konjunktur sei nicht erkennbar.

Hessens neuer DGB-Chef Michael Rudolph verlangte eine umfassende Qualifizierungsoffensive. „Der beruflichen Weiterbildung kommt angesichts der Digitalisierung von Arbeit, damit einhergehenden veränderten Arbeitsbedingungen und einem steigenden Renteneintrittsalter eine Schlüsselrolle zu”, erklärte der Gewerkschafter in Frankfurt. Langzeitarbeitslose müssten aus einer Hand gefördert werden und Chancen in öffentlich geförderter Beschäftigung erhalten.

Die Arbeitgeber machten auf Bildungsdefizite aufmerksam. Gerade Menschen mit Migrationshintergrund seien besonders häufig arbeitslos, da sie im Schnitt niedrigere Qualifikationen erreichten, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Dirk Pollert. „Die Bildungspolitik des Landes muss dafür sorgen, dass gerade junge Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund so früh wie möglich Deutsch lernen, um gute Voraussetzungen für Schule und Ausbildung zu haben.” Der Integrationsplan des Landes müsse umgesetzt und laufend überprüft werden.

(dpa)
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