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Otto-Brenner-Stiftung analysiert Programm und Senderprofile: Studie: Zu viel Unterhaltungsfernsehen im HR

Zu viel Unterhaltung, zu wenig Information: Eine Studie untersuchte das Fernsehprogramm des Hessischen und des Bayerischen Rundfunks deckt ein eklatantes Ungleichgewicht auf.
Foto: Salome Roessler
Frankfurt. 

Im Fernsehprogramm vom Hessischen Rundfunk (HR) und Bayerischen Rundfunk (BR) gibt es einer Studie zufolge nur wenig Sendezeit für Informationen. Der hohe Anteil fiktionaler Unterhaltung gehe zulasten informierender Angebote, bilanziert die am Mittwoch in Frankfurt am Main veröffentlichte Untersuchung der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung.

Das BR-Fernsehen widme an einem durchschnittlichen Programmtag lediglich 45 Prozent der Sendezeit Informationsformaten wie Nachrichten und Magazinen. Der Sender falle damit als einziger der bisher von der Stiftung untersuchten dritten Fernsehprogramme unter die 50-Prozent-Marke. Die Sendezeit für Information nutze das BR-Fernsehen jedoch effektiv, schreiben die Autoren der Studie: Die Berichterstattung über Politik, Wirtschaft und gesellschaftlich kontroverser Themen liege auf einem ähnlichen Niveau wie bei den Vergleichssendern. „Promiklatsch“ sei im BR weniger häufig zu finden. Human-Touch-Themen machten beim BR 9,1 Prozent der untersuchten Beiträge aus, beim HR 15,6 Prozent. Der HR präsentiere sich als stark regional geprägter Sender. 94 Prozent der analysierten Beiträge beschäftigten sich mit dem Bundesland Hessen. Beim BR liege der Wert bei 79 Prozent.

Der Leiter Programmbereich beim BR-Fernsehen, ARD-alpha und 3sat, Andreas Bönte, kritisierte die Untersuchung. „Die Studie vergleicht teils Äpfel mit Birnen, einiges ist nicht nachvollziehbar“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). So liege der BR zum Beispiel in einer eigenen Auswertung bei einem Informationsanteil von 51 Prozent. Insgesamt nehme die Studie vor allem eine quantitativ-statistische Auswertung nach selbst definierten Genres vor, die keinerlei Aufschluss über die Qualität des Programms gebe.

Auch der HR wies den Vorwurf des zu großen Unterhaltungsanteils zurück. Das HR-Fernsehen müsse und dürfe als regionales Vollprogramm neben Informieren und Bilden auch Unterhalten, sagte ein Sprecher dem epd. „In einigen Formaten versucht das HR-Fernsehen zudem bewusst einen Mix aus Info und Unterhaltung zu bieten, ob in den Quizformaten oder den Reportagen über die Heimat Hessen.“ Der Mix sorge für Akzeptanz bei den Zuschauern. Zudem setze das HR-Fernsehen bewusst innerhalb des Programmschemas auf Wiederholungen der Nachrichtenformate und Magazine, um eine breite Zuschauerschaft zu erreichen.

Die Studie „Unterhaltung aus Bayern, Klatsch aus Hessen?“ ist die dritte Studie der Stiftung zu den dritten Fernsehprogrammen. Demnächst solle das Programm des RBB untersucht werden. epd

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