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Tief "Burglind": Sturmtief fegt über Hessen - umgestürzte Bäume, aber keine Verletzten

"Burglind" lässt Bäume und Straßenschilder, Toiletten und Baumaterial fliegen. Pendler und Flugreisende bekommen die Folgen zu spüren.
Ein Radfahrer fährt in Frankfurt in der Innenstadt durch eine große Pfütze, die sich nach starken Regenfällen gebildet hat. Wegen des Tiefs «Burglind» drohen in vielen Teilen Deutschlands orkanartige Böen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Ein Radfahrer fährt in Frankfurt in der Innenstadt durch eine große Pfütze, die sich nach starken Regenfällen gebildet hat. Wegen des Tiefs «Burglind» drohen in vielen Teilen Deutschlands orkanartige Böen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Frankfurt. 

Mit teils heftigen Böen ist Sturmtief «Burglind» am Mittwoch über Hessen gefegt. Vielerorts stürzten Bäume um und sorgten so für Verkehrsbehinderungen im morgendlichen Berufsverkehr. Auch am Frankfurter Flughafen waren die Folgen zu spüren. Die Pegel der Flüsse steigen. Am stärksten wehte der Wind in Mittelhessen.

Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus. Die Route war zwischen den Stadtteilen Eschhofen und Lindenholzhausen für rund fünf Stunden unterbrochen. Nach Angaben eines Bahnsprechers war das aber die einzige Beeinträchtigung in Hessen.

Auch am Frankfurter Flughafen kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Nach Angaben eines Sprechers musste am Vormittag das Anflugsystem wegen des Sturms verlangsamt werden. Dadurch waren nur noch 40 statt der sonst etwa 60 Starts und Landungen pro Stunde möglich. Zusätzlich mussten wegen des Wetters 25 Flüge von oder nach Frankfurt wetterbedingt annulliert werden, wie eine Sprecherin am Mittag bilanzierte.

Mit einem Großeinsatz verhinderte die Feuerwehr in Wiesbaden das Umstürzen eines Baugerüsts an einem vierstöckigen Haus am Rande der Innenstadt. Die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, auch ein großer beweglicher Kran kam am Mittwoch zum Einsatz. Die Straßen vor und hinter dem Haus wurden teilweise abgesperrt. Das etwa zwölf Meter hohe und rund sechs Meter breite Baugerüst hatte sich wegen «Burglind» gelöst und war am Vormittag bereits teilweise eingestürzt.

Beim Polizeipräsidiums Westhessen gingen rund 70 Meldungen wegen umgestürzter Bäume, umherfliegender Gegenstände und überfluteter Straßen ein. Auf einer Landesstraße zwischen Villmar und Aumenau prallte ein unbesetzter Bus gegen einen umgestürzten Baum. In Limburg flogen Dämmmaterialien von einer Baustelle und eine mobile Toilette umher. Auch die Autobahnen blieben nicht verschont: Am Wiesbadener Kreuz hatte der Sturm einen Bauzaun auf die Fahrbahn geweht.

In Darmstadt löste der Sturm 14 Feuerwehreinsätze aus.
Im morgendlichen Berufsverkehr blockierten umgestürzte Bäume den Verkehr an drei Straßen. An anderen Straßen kämpfte die Feuerwehr gegen Überflutungen. Die Main-Weser-Bahn konnte kurzzeitig zwischen Langgöns und Kirch-Göns nur eingleisig fahren, es kam zu Verspätungen. Einen Schaden von rund 35 000 Euro verursachte in Frankfurt ein umgestürzter Baum, der Autos demolierte.

Auch in Nordhessen gab es Schäden und Verkehrsbehinderungen: Im Landkreis Kassel stürzten zwei Bäume auf Straßen. Außerdem sei bei Fritzlar ein Ast auf die Autobahn 49 gefallen, erklärte ein Polizeisprecher. Auf der A 44 bei Kassel wehte der Sturm Schilder um. In der Gemeinde Kaufungen brach ein Regenrückhaltebecken und eine Schlammlawine riss vier Autos mit. Verletzt wurde laut der örtlichen Feuerwehr niemand. Auch den Landkreis Waldeck-Frankenberg traf es. Dort meldete die Polizei insgesamt zwölf Vorfälle, fast alle mit umgestürzten Bäumen. Dreimal kam es zu Unfällen, als Autos gegen die auf der Straße liegenden Bäume fuhren. Dabei wurde eine Frau leicht verletzt.

Spitzenreiter bei den Windgeschwindigkeiten im Flachland war Ennerich, ein Stadtteil von Runkel im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Dort blies der Wind am Mittwoch mit 106 Stundenkilometern, wie der Deutsche Wetterdienst berichtete. Das fällt unter «orkanartige Böen». In Baden-Württenberg gab es richtige Orkanböen mit 133 Stundenkilometern.

Durch die Niederschläge am Mittwochmorgen steigen auch die Pegelstände der Flüsse in Hessen. So wächst nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt derzeit etwa die Kinzig mit ihren Seitengewässern «steil» an. Allerdings wird die Hochwasser-Prognose dadurch erschwert, dass der Starkregen örtlich begrenzt und schwer vorherzusehen ist.

Das Regierungspräsidium Gießen geht jedoch davon aus, dass die Pegel der mittelhessischen Flüsse und Bäche im Laufe der Nacht zum Donnerstag wieder sinken werden. Die Meldestufe III, bei der auch bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet werden können, werde voraussichtlich nur vereinzelt von der Lahn kurz überschritten.

Der Deutsche Wetterdienst kündigte bis zum Abend weitere Sturmböen aus westlichen Richtungen an. In der Nacht zum Donnerstag soll sich der anfangs noch starke Westwind mit seinen stürmischen Böen dann aber deutlich abschwächen.

(dpa)

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