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Streit im Flüchtlingscamp in Staffel: Stich in den Rücken

Drei Verletzte, einer davon schwer. Das ist die Bilanz eines Streits in dem Flüchtlingscamp in Staffel mit etwa 20 Beteiligten. Die Polizei rückte dort mit 40 Mann an.
Bei einer Schlägerei vor dieser Flüchtlingsunterkunft  sind drei Menschen verletzt worden, ein Mann davon durch einen Messerstich schwer. Mindestens 20 Personen waren in der Nacht zu Dienstag an den gewaltsamen Auseinandersetzungen beteiligt. Foto: Boehmler (dpa) Bei einer Schlägerei vor dieser Flüchtlingsunterkunft sind drei Menschen verletzt worden, ein Mann davon durch einen Messerstich schwer. Mindestens 20 Personen waren in der Nacht zu Dienstag an den gewaltsamen Auseinandersetzungen beteiligt.
Limburg. 

Die gewalttätigen Auseinandersetzung in den Erstaufnahmeeinrichtungen im Landkreis Limburg-Weilburg nehmen zu. In der Nacht zum Dienstag sind in der Einrichtung in Staffel mehrere Personen verletzt worden, ein Mann sogar schwer. Gegen den Haupttäter, einen 22 Jahre alten Iraker, hat die Staatsanwaltschaft in Limburg eine Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet. Er wird heute dem Haftrichter vorgeführt. Weitere Festgenommene befinden sich wieder auch freiem Fuß. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 40 Beamten im Einsatz, die aus dem Umkreis zusammengezogen worden sind.

Die Lage habe sich mit dem Einsatz beruhigt, sagte gestern Polizeisprecher Uwe Meier. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei sind mehrere junge Männer aneinandergeraten und haben unter anderem mit Beinen von Bettgestellen aufeinander eingeschlagen. Ein 22-Jähriger erlitt eine Stichverletzung im Rücken und wurde nach erster Versorgung durch den Rettungsdienst zur stationären Behandlung ins Krankenhaus nach Limburg gebracht. Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben nicht mehr. Zwei Personen wurden ambulant behandelt.

Der mutmaßliche Täter, ein 22-jähriger Iraker, der dem gleichaltrigen afghanischen Staatsangehörigen die Verletzung am Rücken zugefügt haben soll, flüchtete zunächst, konnte aber im Laufe der Nacht festgenommen werden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Auseinandersetzung sind im Gange. Das gilt auch für die Tatwaffe. Nach Angaben von Meier ist noch nicht klar, was der Täter als Stichwaffe genutzt hat.

Ermittlungen abwarten

Auch im Bezug auf die Hintergründe tappt die Polizei noch im Dunkeln. Von daher ist auch unklar, ob sich die verstärkenden Spannungen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge auch auf die Unterkünfte in Deutschland übertragen. „Wir müssen erst einmal die Ursachen des Streits in Erfahrung bringen“, so Meier. Das geschieht durch Vernehmungen, die sich nicht ganz einfach gestalten und stets auch Dolmetscher erfordern. Nach Informationen der NNP war ein Teil der Kontrahenten, die im Camp aneinander geraten sind, leicht alkoholisiert.

In den vergangenen Tagen war es auch in der Einrichtung in dem Weilburger Stadtteil Waldhausen zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen. Dort hat der Genuss von Alkohol eine deutlich Rolle gespielt, die Aggression ging von Männern aus, die deutlich alkoholisiert waren.

Das Regierungspräsidium in Gießen, zuständig für die Einrichtung, will erst einmal die Ermittlungen der Polizei abwarten, bevor es zu möglichen Konsequenzen kommt. Wie es gestern aus der Behörde hieß, gilt in den Erstaufnahmeeinrichtungen eine generelles Alkoholverbot.

Die Einrichtung in Staffel galt bisher als ruhig und unauffällig. Nach Informationen der NNP ist die jüngste Auseinandersetzung auf Reibereien im persönlichen Bereich zurückzuführen, nicht politisch motiviert. Dass die Einrichtung bisher von größeren Auseinandersetzungen verschont blieb, hat auch viel mit der „Oase“ zu tun. In der durch die Stadt zur Verfügung gestellten Begegnungsstätte gibt es für die Flüchtlinge die Möglichkeit, einmal abzuschalten, zu spielen oder zu lernen und bei Kaffee und Tee ins Gespräch zu kommen.

Das seit Sommer bestehende Camp ist mit Leichtbauhallen winterfest gemacht worden. Dazu wurde die Belegung von maximal 650 Personen deutlich reduziert. Die volle Belegung ist noch nicht wieder erreicht. jl

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