Haltestellen sind oft in traurigem Zustand

Bei Umfragen geben die Fahrgäste den Frankfurter Haltestellen Jahr für Jahr nur mittelmäßige Noten. Und auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat bei einem Test erhebliche Mängel festgestellt.

Bei Umfragen geben die Fahrgäste den Frankfurter Haltestellen Jahr für Jahr nur mittelmäßige Noten. Und auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat bei einem Test erhebliche Mängel festgestellt.

Frankfurt. S-Bahn-Station Konstablerwache: Gleich vier Rolltreppen sind seit Wochen außer Betrieb. Dieser Zustand wird auch noch einige Monate dauern. Denn die Deutsche Bahn will die Rolltreppen austauschen – und das dauert bis zum nächsten März. Der barrierefreie Zugang zu den unterirdischen S-Bahn-Stationen schneidet beim Haltestellentest des VCD Rhein-Main besonders schlecht ab. Nur die Durchschnittsnote 3,56 wurde für den Zustand der Rolltreppen vergeben. Ähnlich schlecht werden die Aufzüge bewertet – an der Station Mühlberg stand der Lift wochenlang still, ohne dass ein Reparaturtermin genannt wurde. Die unterirdischen U-Bahn-Stationen dagegen kommen im Urteil der Fahrgäste deutlich besser weg.

Insgesamt 92 Haltestellen von S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus haben Mitglieder des VCD in den vergangenen Monaten unter die Lupe genommen. Bewertet mit Noten von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) wurden unter anderem Erreichbarkeit, Zustand, Sauberkeit, Beleuchtung, Wetterschutz, subjektives Sicherheitsgefühl, Informationen und Wegweiser. Die Tester kritisieren fehlende oder zu niedrige Bahnsteige, verwirrende und uneinheitliche Wegweiser, schlecht lesbare Anzeigetafeln, falsche Durchsagen, verdreckte Wände. Behinderte haben es nach wie vor schwer, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Aber es gibt auch positive Eindrücke, vor allem bei neu gestalteten Stationen.

«Der Gesamteindruck ist gemischt», lautet das Fazit des VCD. Zwar gebe es erfreuliche Verbesserungen bei der U-Bahn – doch die Defizite bei anderen Verkehrsmitteln träten deshalb umso deutlicher hervor. Besonders die Deutsche Bahn besitze einige «geradezu abschreckende Anlagen» mit vielen Fehlern.

Bei den Haltestellen der VGF ist nach Ansicht des VCD eine bessere Entwicklung zu verzeichnen. Aber nicht alle Neuerungen bewertet der Umwelt- und Verbraucherverband positiv. Die beiden Prototypen für neue Fahrgastunterstände am Börneplatz seien sehr aufwendig, brächten dem Fahrgast aber keinen zusätzlichen Nutzen. Die «Effektbeleuchtung» sei ungenügend, der Name der Haltestelle sei bei Dunkelheit gar nicht lesbar.

Stephan Kyrieleis vom VCD hat einen Wetterschutz für Haltestellen entworfen, der preisgünstig ist und trotzdem alle Anforderungen an Fahrgastfreundlichkeit und Stadtgestaltung erfüllt (unten rechts). Der Unterstand ist gut ausgeleuchtet, Schilder und Fahrpläne sind gut lesbar, die Sitzfläche besteht aus Holz und auch der Automat steht unter dem Dach. Er ist überzeugt: «Bei sehr vielen Haltestellen wären Verbesserungen mit wenig Mitteleinsatz möglich.» Es müsse nur besser geplant werden . . . mu

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