Internationalität ist Frankfurts große Chance

Von Frankfurt ist die Stadt mit den besten Zukunftschancen in Deutschland. Das hat jetzt eine aktuelle Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts herausgefunden. Besondere Stärke ist die Internationalität.
Frankfurt - eine Stadt mit besten Zukunftschancen Frankfurt - eine Stadt mit besten Zukunftschancen

Frankfurt ist die Stadt mit den besten Zukunftschancen in Deutschland. Das hat jetzt eine aktuelle Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts herausgefunden. Besondere Stärke ist die Internationalität.

Frankfurt. Die Liste von Frankfurts Stärken ist lang: Hohes Bildungsniveau, zukunftsfähige Arbeitsplätze, weit entwickelte Internationalität, beispielhafte Integration, Wachstum bei Bevölkerung und Jobs, hervorragende Infrastruktur, attraktive Bedingungen für Investoren. «Die Stadt ist für die Zukunft bestens gerüstet», sagt Professor Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Das Institut hat im Auftrag der Berenberg-Bank die Zukunftschancen der 30 größten Städte Deutschlands untersucht. Zum zweiten Mal nach 2008 landet Frankfurt auf dem ersten Platz.

Das größte Pfund, mit dem Frankfurt wuchern kann, ist nach Ansicht der Wissenschaftler die Internationalität. Um 19 000 Menschen ist die Frankfurter Bevölkerung zwischen 2003 und 2009 gewachsen. Die Hälfte der Zugezogenen sind Ausländer. «Diese kulturelle Vielfalt ist Chance und Herausforderung zugleich», sagt Straubhaar.

Vier von zehn Frankfurtern haben einen Migrationshintergrund, jedes sechste Unternehmen in Frankfurt ist ausländisch, im produzierenden Gewerbe liegt der Anteil sogar bei 61 Prozent. «Man kann sagen, dass Frankfurt eine Art Internationalisierungsfunktion für Deutschland übernimmt», interpretiert Straubhaar die Zahlen. Die Stadt sei als internationale Dienstleistungsmetropole ein Magnet für ausländische Unternehmen. Straubhaar bescheinigt der Stadt eine «beispielhafte» Integrationspolitik. Lobend hebt er unter anderem das kürzlich verabschiedete Integrationskonzept hervor.

Attraktiv ist Frankfurt auch für Studenten aus anderen Ländern. Mit einem Ausländeranteil von 18 Prozent gehören die Frankfurter Hochschulen bundesweit zur Spitzengruppe. Außerdem ist die Mainmetropole führend bei der Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste. Zurückzuführen ist das auf die gute Verkehrsinfrastruktur, vor allem auf den Flughafen. Von keiner anderen deutschen Stadt aus sind die 41 wichtigsten europäischen Metropolen in so kurzer Zeit zu erreichen. Durch den Flughafenausbau werde sich die Erreichbarkeit noch weiter verbessern.

Vorteil der Internationalität: Kulturelle Vielfalt bringe einen ökonomischen Nutzen für die Gesellschaft durch «positive Produktivitätseffekte und Innovationspotenziale» , heißt es in der Studie. Diese entstünden, wenn Personen unterschiedlicher Nationalität sich in ihren Fähigkeiten ergänzen. Bedingung dafür ist, dass die Zuwanderer in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Voraussetzungen dafür seien in Frankfurt günstig: Das Bildungsniveau der ausländischen Bevölkerung sei im Vergleich zu Berlin und Hamburg höher, Ausländer seien besser am Arbeitsmarkt platziert. Die Studie schlägt vor, auch in Frankfurt ein «Welcome Center» für ausländische Fachkräfte einzurichten, wie es in Berlin und Hamburg existiert. «Das würde die Standortattraktivität erhöhen», heißt es.

Gut aufgestellt ist Frankfurt auch beim Branchenmix. Der Strukturwandel zu «wissensintensiv produzierenden Unternehmen» sei weit fortgeschritten. Neben der Finanz- und Versicherungsbranche nennen die Autoren der Studie die chemische Industrie und die Kreativwirtschaft. Die Beschäftigten seien sehr gut ausgebildet, fast 20 Prozent hätten einen Hochschulabschluss.

Aber Frankfurt hat auch Schwächen. An erster Stelle nennt die Studie die Wohnsituation. Attraktive Immobilien sind knapp, die Preise hoch, bei den Familienwohnungen fällt Frankfurt hinter andere Städte zurück. Hier muss die Kommunalpolitik ansetzen – wenn Frankfurt seine guten Zukunftschancen nicht verspielen will.

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