Neue Straßen, neuer Ärger

Rund ein halbes Dutzend neue Straßenbauprojekte gibt es im Main-Taunus-Kreis. Unumstritten ist keines von ihnen.

Rund ein halbes Dutzend neue Straßenbauprojekte gibt es im Main-Taunus-Kreis. Unumstritten ist keines von ihnen.

Main-Taunus. Es war das Regierungspräsidium Darmstadt, das dem Weiterbau der Bundesstraße 8 den Garaus gemacht hat – und die Stadt Kelkheim, die sich davon eine erhebliche Entlastung versprochen hatte, akzeptierte die Begründung, die Straße sei mit zu großen Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden. Die Ortsumgehung B 519 für Flörsheim und seine Stadtteile Weilbach und Wicker wurde im Jahre 2007 zwar durch einen Bürgerentscheid gestoppt, nach Ablauf der Sperrfrist von drei Jahren betreibt die Stadt das Projekt aber wieder. Und die Gegner wollen wieder ein Bürgerbegehren organisieren. Dieses Wort ist im Zusammenhang mit dem Hofheimer Abschnitt der B 519 nur am Rande gefallen. Hauptwidersacher der seit den 60er Jahren geplanten Umgehungsstraße für die Kreisstadt ist das benachbarte Kriftel, über dessen Gebiet die Trasse teilweise geführt werden soll. Zuletzt hat Hofheim Kriftel vorgeworfen, das gerade laufende Planfeststellungsverfahren zu verzögern. Das zuständige Amt für Straßen- und Verkehrswesen Wiesbaden hat die Forderung als unsinnig zurückgewiesen, mehr Personal für das Projekt einzusetzen. Viele glauben, dass die Straße schon wegen der Kosten – die Rede ist von 45 Millionen Euro – niemals gebaut wird.

In Hochheim wird über eine Art Ostumgehung gestritten, die die Straße zur B 40 mit der Landesstraße nach Flörsheim verbinden und Hochheim vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Auch darauf wird man noch eine ganze Weile warten müssen, muss doch noch ein Planfeststellungsverfahren mit all seinen Unwägbarkeiten durchgeführt werden. Und es gibt eine Initiative, die das Projekt durch einen Bürgerentscheid stoppen will.

Hattersheim schließlich möchte Eddersheim und Okriftel durch den Bau einer neuen Straße entlasten, die die Verbindung vom neuen Autobahnanschluss in Richtung Süden über die Bahnstrecke bis zu Landesstraße zwischen den beiden Stadtteilen fortsetzt. Allerdings gibt es Streit über die Trasse: Je näher sie an Okriftel heranrückt, um so mehr werden die Anwohner dort belastet. Je weiter sie von den Häusern entfernt ist, um so gravierender wird der Eingriff in Natur und Landschaft. Die Straße wurde schließlich von Westtangente in Entlastungsstraße West umgetauft – vorangebracht wurde sie dadurch allerdings nicht. bt

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