Selbst der Taxifahrer nutzt den Nachtbus

Frankfurt. Wenn die City schläft und ihre Straßen verwaist sind, beginnt für manche der Arbeitstag, während für andere eine ausgelassene Partynacht an der Bushaltestelle endet. Seit fast einem Jahr fährt der Nachtbus nicht nur am Wochenende, sondern täglich. Abfahrt ist zu jeder halben Stunde an der Konstablerwache.

Frankfurt. Wenn die City schläft und ihre Straßen verwaist sind, beginnt für manche der Arbeitstag, während für andere eine ausgelassene Partynacht an der Bushaltestelle endet. Seit fast einem Jahr fährt der Nachtbus nicht nur am Wochenende, sondern täglich. Abfahrt ist zu jeder halben Stunde an der Konstablerwache.

Dort treffen wir Donnerstagnacht Metin Mohsen (51). Der Taxifahrer lebt seit 28 Jahren in der Mainmetropole und nutzt den Nachtbus recht regelmäßig. «Ich komme gerade von einem Freund und möchte zurück nach Sachsenhausen», sagt der Iraner, der auf den Bus der Linie n7 wartet. Zum Radfahren sei er zu alt, und der Nachtbus sei einfach günstiger als das Firmentaxi. «Außerdem ist Frankfurt eine sehr sichere Stadt», sagt Mohsen. Probleme mit pöbelnden Betrunkenen habe er noch nie gehabt.

Das übrige Publikum an der Bushaltestelle macht einen übermüdeten und leicht verlorenen Eindruck. Manch einer nippt noch einmal an seinem Bier, bevor er um 1.30 Uhr den Bus betritt und sich auf einen der freien Sitze fallen lässt.

Als der Bus losfährt, ist er immerhin zur Hälfte gefüllt. Die gut 20 Nachteulen haben sich in gebührendem Abstand zueinander auf den gesamten Bus verteilt. Das Angebot wird genutzt, wenn auch bei weitem nicht so intensiv wie am Wochenende. Zahlen hat die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq noch nicht vorliegen.

Auch die Geräuschkulisse ist anders. Wo samstags mitunter noch fröhlich weitergezecht wird, herrscht unter der Woche fast absolute Ruhe im Bus: Die Fahrgäste wollen nach Hause und schauen während der Heimfahrt gedankenverloren aus dem Fenster.

Nach und nach verlassen sie den Bus. Auch Metin Mohsen steigt schließlich am Südfriedhof aus. Die letzten Meter, die ihn von seinem Bett noch trennen, läuft er zu Fuß. mov

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