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Bilder > Foto: Klaus Veit


Leider ohne Flair

Aus der Heimat wurde ich gefragt, warum ich denn noch nicht über die Altstadt von Abu Dhabi berichtet habe. Über die Medina mit ihren engen und verwinkelten Gassen, über die exotischen Gerüche der verschiedensten Gewürze, über die bunten Stoffe, Teppiche und die zappelnden Hühner, die bald ihr letztes Ei legen werden.

Die Antwort ist einfach: Ich würde ja gerne, aber es gibt leider keine typische Altstadt hier.

Abu Dhabi, übersetzt „Vater der Gazelle“, ist modern, schön anzusehen, praktisch, aber leider total ohne orientalischem Flair. Einkaufszentren statt Souks, Klimaanlagen statt staubiger Märkte, sechsspurige Nobelkarossen-Rennbahnen statt Eselskarren auf holprigen Wegen.

Das Emirates von innen . Bild-Zoom
Das Emirates von innen .

Kein Wunder, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate wurde auf dem Reißbrett geplant. 1970, als der Ölboom begann und den Leuten, die zuvor hauptsächlich vom Fischfang, der Perlentaucherei oder dem Anbau von Datteln gelebt haben, neuen Reichtum bescherte.

Inzwischen hat Abu Dhabi mehr als 600 000 Einwohner, also fast so viele wie Frankfurt. Und, so die Planungen, im Jahr 2030 sollen hier rund eine Million Menschen wohnen. Doch auf der Insel fehlt es an Platz, eine Vorstadt soll deshalb auf dem Festland entstehen. In der Nähe des Flughafens, weshalb die geplanten Häuser höchstens schlappe 199 Meter hoch werden dürfen. Bei diesen Flachbauten reicht auch hier das Gelände nicht aus, künstliche Inseln sollen das Problem lösen.

Das Emirates von innen. Bild-Zoom
Das Emirates von innen.

Wenn, ja, wenn das Geld reicht. Denn das Emirat leidet unter dem Verfall des Ölpreises, auch wenn dieser zuletzt wieder leicht gestiegen ist.

Die Bewohner müssen inzwischen für den Liter Benzin fast doppelt so viel bezahlen wie noch vor zwei Jahren. Dass es immer noch keine 30 Eurocent sind, lässt nur die Europäer müde lächeln. Demnächst sollen sogar Steuern erhoben werden. Beispielsweise auf Tabak und wohl auch auf Alkohol. Wobei hier die Einnahmen dem Staat nicht viel weiter helfen würden. Es gibt ja kaum welchen.

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