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Eintracht Frankfurt: Die Null-Tore-Truppe

Von Dem 0:0 in Freiburg folgte nun die 0:1-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg. Ein gelungener Saisonstart sieht anders aus. In zwei Spielen haben die Frankfurter schon fünf Punkte verschenkt
Jonathan de Guzman schlägt die Hände vors Gesicht. Er muss weiter auf den ersten Punktspielsieg im Eintrachttrikot warten. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Jonathan de Guzman schlägt die Hände vors Gesicht. Er muss weiter auf den ersten Punktspielsieg im Eintrachttrikot warten.
Frankfurt. 

Es lief die Nachspielzeit der zweiten Hälfte. Mijat Gacinovic drang von links in den gegnerischen Strafraum ein, bekam den Ball sauber zum Torschuss zugespielt – und stolperte. Diese letzte Aktion war irgendwie typisch für das Spiel gegen den VfL Wolfsburg, das die Frankfurter Eintracht am Samstagnachmittag vor rund 46 000 Zuschauern mit 0:1 (0:1) verlor.

Nicht schlecht gespielt, aber wie vor einer Woche beim 0:0 in Freiburg, wie so oft in der vergangenen Rückrunde: Das Runde fand einfach nicht den Weg ins Eckige. Viel Personal wurde vor der neuen Saison ausgetauscht, aber das alte Problem lebt weiter.

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Zugegeben, es war eine eigentlich unverdiente Niederlage, denn die Gastgeber hatten die besseren und mehr (12) Chancen als die Gäste. Aber Daniel Didavi (22.) traf eben bei einem Konter, nur 19 Sekunden nachdem auf der anderen Seite Sebastien Haller die Kugel an den Pfosten geköpft hatte. Es war schon der zweite Aluminiumtreffer des Franzosen in dieser Saison. In Freiburg war er an der Latte gescheitert, wie Gacinovic gegen Wolfsburg in der Nachspielzeit von Durchgang eins.

Ja, das ist auch Pech, aber das hilft halt nicht weiter. Fakt ist, dass die Frankfurter mit nur einem Punkt im unteren Tabellendrittel herumdümpeln, obwohl sie sich so viele Chancen erspielt hatten, dass es auch zu sechs Zählern hätte reichen können.

Diese Einschätzung ist wohl auch der Grund dafür, dass Trainer Niko Kovac mit dem Spiel zufrieden war und für die Zukunft optimistisch ist. Aber als Verlierer habe man halt wenig oder keine Argumente: „Das ist halt das, warum wir den Fußball lieben und ihn manchmal auch hassen.“

Hatten die Frankfurter in Freiburg wenigstens noch mit dem Videobeweis Glück gehabt, so ging auch das diesmal schief. Als Kevin-Prince Boateng in der 28. Minute im gegnerischen Strafraum gefoult worden war, entschied Schiedsrichter Benjamin Cortus sofort auf Elfmeter. Proteste blieben aus. Doch dann meldete sich ein Mann aus einem Kölner Keller zu Wort, verkündete Cortus, dass Boateng zuvor leicht im Abseits gestanden hatte.

Es war Boatengs auffälligste Szene bei seinem misslungenen Heimdebüt gewesen. „Ich bin sauer und angepisst“, sollte der neue Star später sagen. Eine Aussage, die zur Elfmeterszene, zum gesamten Spiel gegen den Fast-Absteiger aus Wolfsburg und zum Verlauf der bisherigen Saison passte.

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Mit einem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg missglückte die Heimpremiere der Eintracht. Unser Sportredakteur Klaus Veit hat die Spieler in der Einzelkritik bewertet.Sebastien Haller: Der neue Stürmer im Dienste der Eintracht war wie schon im Freiburg-Spiel enorm präsent. Hatte aber wieder Pech mit Aluminum.

Doch nicht nur Boateng war sauer, selbst der Schütze des einzigen Tores wollte nach dem Abpfiff nicht jubeln. „Ich habe einen ganz anderen Anspruch an uns“, sagte Daniel Didavi: „Wir haben so viel mehr drauf. Wir haben so viele gute Kicker, aber am Wochenende kriegen wir die Qualität einfach nicht auf den Platz.“ Immerhin zeigten sie diesmal mehr Qualität als eine Woche zuvor beim 0:3 gegen Dortmund. Zumindest kämpferisch machten sie der Eintracht das Leben schwer, die Partie war geprägt von vielen Härten, von vielen kleinen Fouls, vom Kampf um jeden Meter. Schwer, so einen Spielfluss aufkommen zu lassen. Wobei sowohl die Anzahl der Fouls (18/19) als auch die Zweikampfquote (49:51) kaum Unterschiede aufwiesen. Bemerkenswert: Sebastien Haller hatte in Freiburg 60 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen, diesmal waren es 48 Prozent, für einen Stürmer immer noch eine tolle Quote (Mario Gomez 30 Prozent).

Durch die Länderspielpause hat Kovac nun etwas Zeit, um an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen. Denn neue Spieler wird es nicht mehr geben in dieser Transferperiode: „Wir haben genug Qualität, haben gezeigt, dass wir in der Bundesliga mithalten können.“ Zehn „glasklare“ Chancen habe man sich diesmal erspielt, zuvor in Freiburg „fünf“. Das sollte, so der Kroate reichen, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten.

Am Freitag steht ein Testspiel in Marburg gegen eine Auswahl der SG Treis/Allendorf und des SV Bauerbach auf dem Programm, ansonsten werden die Trainingszeiten genutzt, um auch konditionelle Defizite wie bei Boateng zu verkleinern. Simon Falette wird hingegen einen Sonderkurs „Spielaufbau“ belegen dürfen, denn da hat der Franzose eindeutigen Nachholbedarf.

Aber vielleicht wird Falette in knapp zwei Wochen, wenn die Frankfurter in Mönchengladbach antreten müssen, nur auf der Bank sitzen. Carlos Salcedo könnte dann fit sein.

Der Mexikaner sollte die Abwehr verstärken können. Aber kann er auch Tore schießen? Das müssen eher andere erledigen.

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