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Eintracht Frankfurt: Marius Wolf: Die letzte Chance genutzt

Der 22-jährige Marius Wolf ist die Entdeckung der Saison bei der Eintracht. Den Job in Frankfurt betrachtet er als Glücksfall.
Fröhlicher Frankfurter Dreier: Kevin-Prince Boateng, Marius Wolf und Marco Russ (von links) nach dem Sieg in Berlin Foto: Sebastian Wells (imago sportfotodienst) Fröhlicher Frankfurter Dreier: Kevin-Prince Boateng, Marius Wolf und Marco Russ (von links) nach dem Sieg in Berlin
Frankfurt. 

Ein künftiger Nationalspieler? Ganz so wirkt Marius Wolf noch nicht, als er nach dem Vormittagstraining ins Foyer der Haupttribüne kommt. Eher wie ein frierender Jungprofi. Also zieht er erst einmal die klammen Fußballschuhe aus. Und stellt schnell klar: „Für mich gilt es, meine Leistung hier zu bestätigen.“

Hier, das ist die Frankfurter Eintracht. Aber natürlich hat er sich insgeheim über das Lob und die Karriere-Prophezeiung seines Kumpels Kevin-Prince Boateng nach seinem Tor und dem Sieg in Berlin gefreut. Und natürlich sind ein paar SMS zu diesem Thema auf seinem Handy gelandet. Boateng und Wolf, diese beiden auf den ersten Blick ziemlich verschiedenen Typen – da haben sich zwei gefunden bei der Frankfurter Eintracht. „Bei uns hat’s gepasst, vom ersten Tag an“, sagt Wolf: „Mit manchen Menschen versteht man sich weniger, mit anderen besser.“ Inzwischen haben sie sich auf eine Arbeitsteilung geeinigt: „Singen ist seine Sache, Tanzen auch. Ich versuche Tore zu schießen.“ Was allerdings auch Boateng in Berlin gelungen ist.

Mit Boateng in Mailand

Mit dem weltläufigen Boateng versteht sich der 22-jährige gebürtige Coburger so gut, dass er schon zu einem Familienbesuch in Mailand eingeladen worden ist. Beim Restaurantbesuch saß Neymar zwei Tische neben Boateng, Wolf und Co. Eine andere Welt als die, die Marius Wolf von seinen bisherigen Stationen 1860 München und Hannover 96 kannte.

Mit Bayern München, dem Eintracht-Gegner am Samstag, hat er bislang nur gute Erfahrungen gesammelt. Nicht als Profi, aber als Jugendlicher. Mit der A-Jugend der „Sechziger“ hat der Frankfurter Verteidiger häufiger mit dem Stadtrivalen die Klingen gekreuzt. „Zweimal gewonnen, zwei Tore geschossen“, erinnert er sich gerne an die Münchner Jugendderbys. Am Samstag könnte die Fortsetzung der persönlichen Siegesserie deutlich schwerer werden. „Die Bayern haben zu alter Stärke zurückgefunden“, sagte Wolf, nachdem er am Dienstagabend den Gala-Auftritt des deutschen Rekordmeisters gegen Paris St.Germain gesehen hatte. Natürlich hat er ganz genau auf Franck Ribéry geschaut, der zum ersten Mal nach längerer Verletzungspause wieder wirbelte und als Linksaußen sein direkter Gegenspieler sein könnte. „Eigentlich aber ist es egal, gegen wen man da spielt“, sagt er, „das sind alles Weltklassespieler.“

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Doch die Frankfurter werden nach dem jüngsten Auswärtssieg gegen den Spitzenreiter ziemlich mutig in die Partie gehen. Alle seien „vielleicht noch ein bisschen motivierter gegen die Bayern als sonst“. Und er selbst habe sowieso „richtig Bock auf das Spiel“. Da schreckt ihn auch nicht die in dieser Saison ausgeprägte Heimschwäche der Eintracht. „Vielleicht müssen ja genau die Bayern kommen, damit danach keiner mehr von Heimschwäche spricht“, sagt er.

Marius Wolf ist die Entdeckung der Saison bei der Eintracht. Seine Entwicklung ist erstaunlich und war so nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Denn bei Hannover 96 hatte es noch vor einem Jahr überhaupt nicht geklappt, da wurde er in die zweite Mannschaft abgeschoben. Über die Gründe mag er heute nicht mehr reden. Das erste halbe Jahr in Frankfurt nach der Ausleihe war dann ebenfalls durchwachsen, aber immerhin so gut, dass die Eintracht sich entschlossen hat, die Leihvereinbarung mit Hannover zu verlängern und Wolf zu behalten.

Eine weise Entscheidung, denn in dieser Saison ist Wolf durchgestartet. Neun Spiele hat er bestritten, achtmal von Beginn an, dabei zwei Tore erzielt. „Wir mussten ihn ja erst ein bisschen aufpäppeln“, sagt Trainer Niko Kovac und spielte darauf an, dass Wolf in den letzten Monaten deutlich an Muskelmasse zugelegt hat und damit auch viel körperlicher spielen kann. „Es war mein Glück, dass ich zur Eintracht gekommen bin“, sagt er, „das war meine letzte Chance, die wollte ich unbedingt nutzen.“ Bislang ist ihm dies eindrucksvoll gelungen. Die Eintracht plant jedenfalls, die vereinbarte Kaufoption über angeblich eine halbe Million Euro zu ziehen und Wolf fest zu verpflichten. „Marius hat eine richtig gute Entwicklung genommen“, lobt Trainer Kovac, „ich bin mir sicher, dass wir ihn behalten und in Zukunft noch viel Freude an ihm haben werden.“

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