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Eintracht-Rückblick Teil 3: Spektakel bis zur Schmerzgrenze

"Es war ein tolles Jahr für Eintracht Frankfurt", hat der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen gesagt. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt blickt in einer vierteiligen Serie darauf zurück. Teil 3: Die Spiele.
Ein tapferer Kampf gegen das große Porto. Foto: Klein Bilder > Ein tapferer Kampf gegen das große Porto. Foto: Klein

Tore, Tore, Tore – die Eintracht hat den Sinn des Fußballspiels verstanden. Auch wenn es dem Trainer manchmal zu viel Spektakel war. „Es macht Spaß, aber es kostet auch ganz schön Nerven“, sagt Thomas Schaaf. Das war seinem Vorgänger im ersten Halbjahr nicht anders gegangen. Es gab viele Spiele mit vielen Toren mit Frankfurter Beteiligung, Offensive bis zur Schmerzgrenze. Aber gab es das eine Spiel, das größte Spektakel des Jahres? Wie beim „Tor des Monats“ gibt es auch dafür einige Kandidaten und einen Favoriten.

Denn am meisten gestaunt hat Fußball-Deutschland am 27. Februar. Die Eintracht war als krasser Außenseiter in die Europa-League-Duelle mit dem renommierten FC Porto gegangen, hatte aber in Portugal ziemlich überraschend ein 2:2 erreicht. Und lieferte in der eigenen Arena dann eine Leistung ab, die dieser Mannschaft kaum jemand zugetraut hatte. Aigner und Meier brachten die Eintracht 2:0 in Führung, Porto glich zum 2:2 aus. Alles stand wieder auf null. Dann traf, wer sonst, wieder Meier. 3:2, die nächste Runde winkte, der SSC Neapel wäre der Gegner gewesen. Doch Porto schaffte vier Minuten vor dem Ende das 2:2. Die Eintracht-Spieler aber wurden begeistert gefeiert. „Wir haben viel für unser Image und viel für den deutschen Fußball getan“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Info: Macht Bruchhagen doch weiter?

Im Sommer 2016 läuft der Vertrag von Heribert Bruchhagen als Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Eintracht aus. Nach dann gut dreizehn Jahren als erster Mann der Eintracht „gehe ich davon

clearing

Einen hoch dramatischen Verlauf bekamen die Zuschauer beim 4:4 vor ein paar Wochen gegen Hertha BSC serviert. 2:4 hatte die Eintracht kurz vor Schluss zurückgelegen, dann traf Meier in der 90. Minute und der Nachspielzeit noch zum Ausgleich. Es war die Fortsetzung einer ganzen Reihe von spektakulären Spielen unter Trainer Schaaf. Der 3:1-Sieg in Mönchengladbach war ebenso überraschend wie das 2:0 gegen Borussia Dortmund. Ein Feuerwerk brannte die Eintracht ab beim 5:2 gegen Werder Bremen, unglücklich unterlag sie in Hoffenheim mit 2:3.

Über die aufregenden letzten Wochen sind die ersten Monate des Jahres und die ersten Monate dieser Saison fast schon in Vergessenheit geraten. Dabei hat diese Mannschaft fast durchweg ansehnliche Spiele gezeigt, vielleicht nicht immer auf allerhöchstem Niveau, aber meist spannend, in aller Regel leidenschaftlich. Immer unterstützt von Zuschauern, die wissen, was sie an diesem Club haben. Mit der Eintracht wird es nie langweilig, das hat 2014 wieder einmal bewiesen. Dementsprechend oft wurde gefeiert in der Arena und manchmal auch auswärts.

Ein paar Highlights aus dieser Spielzeit: In Hamburg gab es in letzter Sekunde einen 2:1-Sieg durch einen Freistoß von Lucas Piazon. Aus mehr als zwanzig Metern war der Ball nach einer verrückten Flugkurve hinter HSV-Torwart Jaroslav Drobny eingeschlagen. „Das habe ich mir von David Luiz abgeschaut“, sagte Piazon später. Der brasilianische Landsmann Luiz war eine Weile Mannschaftskollege von Piazon beim FC Chelsea gewesen.

 

Der „Headset-Skandal“

 

Der Sieg in Hamburg war glücklich, die Punktverluste gegen Augsburg (0:1) und auf Schalke (2:2) waren unglücklich. Die Schiedsrichter wollten in dieser Zeit einfach keinen Elfmeter für die Eintracht pfeifen, wären sie auch noch so berechtigt gewesen. Gegen Augsburg führte dies zum sogenannten „Headset-Skandal“, als der vierte Offizielle einen Strafstoß melden wollte, der Schiedsrichter ihn aber nicht hörte. Und auf Schalke pfiff der Referee einen Handelfmeter für die Gastgeber, der keiner war, und verweigerte der Eintracht einen, der einer war. Auch im Pokal gegen Mönchengladbach (1:2) hätte es in letzter Minute Elfmeter für die Frankfurter geben müssen, aber es gab ihn nicht. Und so dauerte es fast genau ein ganzes Jahr bis zum letzten Spiel in Leverkusen, ehe die Frankfurter wieder einen Strafstoß zugesprochen bekamen.

 

Veh macht dicht

 

„Spektakel sind schön, wenn sie gut ausgehen“, hatte Trainer Schaaf zwischenzeitlich mal gesagt, „wenn man verliert, findet man sie nicht so schön.“ Das Beispiel dafür: Die 4:5-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart, ausgerechnet gegen den ehemaligen Trainer Armin Veh. Die Eintracht hatte binnen weniger Minuten einen 1:3-Rückstand in einen 4:3-Führung umgewandelt, um in den letzten zehn Minuten doch noch zu verlieren. „Wir müssen lernen, besser zu verteidigen“, mahnte Finanzchef Axel Hellmann an. Das gelang aber auch danach nicht immer, zum Beispiel in Hoffenheim.

Ganz ähnliche Probleme hatte es in der vergangenen Saison gegeben. Der damalige Trainer Veh hatte daraus Konsequenzen gezogen und entgegen seiner Natur zu Beginn des Jahres vorübergehend der Offensive abgeschworen. Es wehte plötzlich ein anderer Wind. Die Eintracht setzte auf Defensive. Und gewann die ersten beiden Heimspiele gegen Hertha (1:0) und Braunschweig (3:0) ohne Gegentor. In der dritten Partie des Jahres in eigener Arena gelang dann ein 0:0 gegen Werder Bremen, später ein 2:1 gegen Stuttgart, ein 1:0 gegen Mönchengladbach und ein 2:0 im Derby gegen Mainz. Hinten war die Eintracht also wieder dicht. Doch beim wichtigsten Sieg der Rückrunde brachen wieder alle Dämme.

Am 23.März kam es in Nürnberg zum Abstiegsduell mit dem Club. Die Frankfurter überraschten mit totaler Offensive, gewannen 5:2. Und hatten damit wohl den entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt getan. Es war eines der wegweisenden Spiele dieses Jahres – nicht nur für den Abstiegskampf der Rückrunde unter Veh, sondern im Grunde auch schon für die erste Halbserie unter Schaaf.

Lesen Sie morgen den vierten und letzten Teil der Serie: Die Zukunft.

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