E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Limburg an der Lahn 18°C

Eintracht-Rückblick Teil 2: Zwei Teams mit einer Konstanten

"Es war ein tolles Jahr für Eintracht Frankfurt", hat Heribert Bruchhagen gesagt. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt blickt in einer vierteiligen Serie darauf zurück. Teil 2: Die Spieler.
Von Jahresanfang bis -ende eine feste Größe: Alexander Meier. Foto: dpa Von Jahresanfang bis -ende eine feste Größe: Alexander Meier. Foto: dpa
Frankfurt. 

Im ersten Spiel des Jahres, am 25. Januar, halfen Alexander Meier und Takashi Inui dabei, dass Eintracht Frankfurt gegen Hertha BSC Berlin mit 1:0 gewann. Beide Spieler waren auch in der letzten Partie des Jahres, beim 1:1 in Leverkusen am 20. Dezember, von Beginn an dabei. Nichts kann den Wandel bei dem Fußball-Bundesligisten besser verdeutlichen als die Aufstellungen in diesen beiden Begegnungen. Kevin Trapp, Carlos Zambrano, Marco Russ, Constant Djakpa fehlten zuletzt wegen Verletzungen, Stefan Aigner war gesperrt und Pirmin Schwegler, Sebastian Jung, Sebastian Rode und Joselu haben den Club verlassen. Die Eintracht im Januar und die im Dezember, das waren zwei komplett verschiedene Mannschaften.

Eine Größe freilich ist geblieben: Alexander Meier. Er schoss das Siegtor gegen die Hertha im ersten Spiel und das Führungstor in Leverkusen im letzten. Meier hat eigentlich immer getroffen in diesem Jahr, so oft wie kein anderer Spieler in der Liga, insgesamt 18 Mal. Mit 13 Treffern in der Vorrunde der Saison 2014/15 liegt er an der Spitze der Torschützenliste, dabei wurde er an den ersten drei Spieltagen nicht einmal von Beginn an eingesetzt. Sein erstes Tor hat er erst am vierten Spieltag erzielt, auf Schalke.

Bilderstrecke Eintracht: Die Tops und Flops der Hinrunde
3010151715_30102015 Fussball Fußball 1. Bundesliga Saison 2015 /2016 / Eintracht Frankfurt - FC Bayern München / 
nur auf der Bank - Stefan Reinartz 7 ( Eintracht Frankfurt )Die Frankfurter Eintracht durchlebte in der Hinrunde eine sportliche Achterbahnfahrt. Grund für uns, die Tops und Flops der ersten Saisonhälfte aufzulisten. Fotos: Pressehaus, Marc Schüler, Jan Hübner, dpa.
<br><br>von Stefan SwobodaDer Witz der Hinrunde<br><br>

In der Hinrunde litten die Adler unter einigen merkwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Der Knaller ereignete sich am 14.09.2014: Gegen den FC Augsburg wurde der Eintracht ein glasklarer Elfmeter verwehrt. Vaclav Kadlec war im Strafraum umgerissen worden.

Meier und Trainer Thomas Schaaf, das war keine Liebe auf den ersten Blick. Beim Pokalspiel eine Woche vor dem Ligastart bei den Berliner Amateuren vom FC Viktoria hatte Meier nach seiner Einwechslung zwar das 2:0 erzielt, danach aber kritische Worte gefunden. Legendär ist seine Antwort auf die Frage, was der neue Trainer anders mache. „Wir waren auf Norderney“, sagte Meier in seiner eigenen trockenen Art.

Trainer Schaaf wollte dem „Fußball-Gott“ der Fans nicht nur eine andere Spielweise beibringen, er stieß ihm auch mit der Wahl Trapps zum neuen Spielführer vor den Kopf. Auch die Versetzung des langjährigen offensiven Mittelfeldspielers, des Angreifers „hinter den Spitzen“, in die vorderste Front hatte Konfliktpotenzial. Meier hatte weniger Ballkontakte. „Ich gebe mein Bestes und mache, was der Trainer sagt“, erklärte er. Doch diese Spielweise kam ihm nicht entgegen.

Im Laufe der Zeit kamen sich der Trainer und der Star des Teams näher. Meier traf konstant, und spätestens mit der Umstellung des Systems vor dem Heimspiel gegen die Bayern war Harmonie eingekehrt. Dass Meier durch die langwierige Verletzung Trapps die Mannschaft als Kapitän aufs Feld geführt hat, passte da ins Bild. Der 31-Jährige sei ein „Phänomen“, sagt Vorstandschef Heribert Bruchhagen. „Er hat die Gabe, dort zu stehen, wo der Ball hinkommt“, sagt der Trainer.

Bilderstrecke Eintracht - das wünschen wir uns 2015 von Dir!
Keine Frage: Es war eine ganz famose Hinrunde, die unsere Eintracht da hingelegt hat. Eine Leistung, mit der - nach Trainerwechsel und dem Abgang von gleich fünf Leistungsträgern - kaum jemand rechnen konnte. Aber da nach oben halt immer noch a bissi Luft ist und man sich für Weihnachten (und das neue Jahr) doch etwas wünschen darf...kommt hier der Wunschzettel für unseren Lieblingsverein!Wir wünschen uns also...dass die Abwehr mit ihren Protagonisten Marco Russ......Alexander Madlung (r.) und...

Volltreffer Seferovic

 

Dass es bei der Eintracht so gut funktioniert, liegt auch an der Einkaufspolitik. Trotzdem wurde in den Sommermonaten Sportdirektor Bruno Hübner kritisiert, besonders aus dem inneren Zirkel, in Person des Aufsichtsratsvorsitzenden Wilhelm Bender. Der hatte Ergebnisse angemahnt. Hübner lieferte die vom Transfermarkt und weist mittlerweile eine positive Bilanz. auf. Als absoluter Volltreffer hat sich Haris Seferovic herausgestellt. Der erst 22 Jahre alte Schweizer Nationalspieler hat schon sieben Tore erzielt und passt zu seinem Sturmpartner Meier wie die Faust aufs Auge. „Er ist der Verrückte, ich bin der Normale“, sagt Meier.

Seferovic ist ein extrovertierter Typ, immer für einen Spaß zu haben, auf dem Spielfeld einer der größten Kämpfer. Spätestens mit seinem öffentlichen Bekenntnis für das im benachbarten Offenbach umgekommene türkische Mädchen Tugce, an die er mit einem T-Shirt-Aufdruck nach einem erzielten Tor erinnerte, hat er auch bundesweit Berühmtheit erlangt. Seinem Vorgänger Joselu weint niemand mehr eine Träne nach. Ihn hat die Eintracht mehr als ersetzen können, andere Verluste wie jene von Jung, Rode oder Schwegler konnten nicht immer, aber immer besser kompensiert werden.

Auch einige andere Neuzugänge schlugen ein. Etwa Timothy Chandler als rechter Verteidiger oder Makoto Hasebe als Ideengeber vor der Abwehr, wenn auch mit einer gewissen Anlaufzeit. Nelson Valdez war der große Pechvogel unter den Neuen, hatte sich einen Stammplatz erobert, verletzte sich dann schwer und wird womöglich in dieser Saison nicht mehr spielen können. Andere wie Aleksandar Ignjovski, Lucas Piazon und Slobodan Medojevic haben es (noch) nicht zur Stammkraft geschafft, gehören aber zum engeren Kreis.

Viel Fingerspitzengefühl hat Schaaf beim Einbau der jungen Spieler bewiesen. Marc Stendera, im Sommer U 19-Europameister, ist inzwischen Stammkraft und hat seine ersten beiden Bundesligatore erzielt. Sonny Kittel durfte in Hannover nach langer Verletzungspause sein Comeback feiern. Beide Youngster werden behutsam aufgebaut. „Es macht richtig Spaß, mit ihnen zu arbeiten“, sagt Schaaf. Zu der Gruppe der Talente gehört auch David Kinsombi. Eigentlich aus Mainz für die kurz darauf abgemeldete U 23 geholt, durfte er in Hannover sein Bundesligadebüt feiern. „Ihn werden wir noch öfter sehen“, prophezeit der Trainer.

Wo viel Licht ist, ist allerdings auch Schatten. Der Trainerwechsel hat es mit sich gebracht, dass Profis, die bei Veh hoch angesehen waren, bei Schaaf ins zweite Glied abgerutscht sind. Das galt für Alexander Madlung, der durch die Verletzungsausfälle anderer zurück ins Team gespült worden ist. Und es gilt für Johannes Flum, der in der vergangenen Saison Stammspieler war, es jetzt aber häufig nicht einmal ins Aufgebot schafft. Zudem gibt es Spieler, die weder zuletzt bei Veh noch jetzt unter Schaaf eine wirkliche Rolle gespielt haben: Jan Rosenthal und Vaclav Kadlec. Beide könnten jetzt den Club verlassen. Rosenthal würde die Eintracht gerne verkaufen, Kadlec verleihen.

 

Lesen Sie in der DIenstagsausgabe der FNP den dritten Teil der Eintracht-Serie: Die Spiele

 

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen