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American Football: Santeri Inkinen will mit der Frankfurt Universe erstmals ins Play-off-Halbfinale einziehen

Von 15 Jahre lang spielte Santeri Inkinen in Finnland erfolgreich Eishockey. Nun ist er fester Bestandteil der American Footballer der Frankfurt Universe. Und trifft am Samstag im Play-off-Viertelfinale auf seinen Ex-Club.
Universe-Verteidiger Santeri Inkinen beim Einlauf ins Stadion mit der Flagge seines Heimatlandes Finnland auf dem Rücken. Foto: Huebner/Bremes (imago sportfotodienst) Universe-Verteidiger Santeri Inkinen beim Einlauf ins Stadion mit der Flagge seines Heimatlandes Finnland auf dem Rücken.
Frankfurt. 

Der Weg von Santeri Inkinen schien vorgezeichnet. Er liebte Eishockey, wie nahezu jeder Finne. Schon als Fünfjähriger stand er auf dem Eis. Als 15-Jähriger spielte er bereits in der höchsten Junioren-Liga. Am Wochenende nun steht für Inkinen ein bedeutendes Spiel an. Mit der Frankfurt Universe will er ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft einziehen – allerdings im American Football. Inkinen hat die Seiten gewechselt. Und fühlt sich pudelwohl. „Ich habe eine neue Liebe entdeckt“, sagt der 26-jährige Finne vor dem Play-off-Viertelfinale der German Football League (GFL) an diesem Sonntag (15 Uhr) im Stadion am Bornheimer Hang gegen die Dresden Monarchs.

Die Partie ist für den Späteinsteiger auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil er auf seinen alten Verein trifft. Vergangene Saison lief der Verteidiger für Dresden auf. Damals zog er mit den Ostdeutschen sogar ins Play-off-Halbfinale ein. Was er nun freilich mit den Frankfurtern wiederholen möchte – es wäre eine Premiere in der erst zehnjährigen Club-Historie der Universe. „Es ist sehr aufregend“, meint der Blondschopf vor dem Duell mit seinem Ex-Club. „In Dresden gibt es so viele Freunde, gegen die ich jetzt spiele.“

Ziel ist der German Bowl in Berlin – Universe noch ...

Die Uhr tickt: Auf der Homepage der Frankfurt Universe läuft seit Tagen ein Countdown. Der Club fiebert dem bislang wichtigsten Spiel in dieser Saison entgegen.

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Einen klaren Favoriten sieht er nicht. „Es wird eine harte Schlacht“, glaubt Inkinen. „Die Offense von Dresden ist diese Saison wirklich gut, und wir haben eine gute Defense. Ich erwarte, dass das Spiel erst im letzten Viertel entschieden wird.“

In den weiteren Viertelfinalspielen trifft Titelverteidiger Braunschweig auf Ingolstadt, Schwäbisch Hall Unicorns empfängt die Berlin Rebels, und die Kiel Baltic Hurricanes spielen gegen die Marburg Mercenaries.

Spielte vorige Saison in Dresden: Santeri Inkinen. Bild-Zoom Foto: C-Sportpics
Spielte vorige Saison in Dresden: Santeri Inkinen.

Inkinen wird sich den Dresdener Freunden mit aller Macht in den Weg stellen. Der 1,79 Meter große und 88 Kilo schwere Athlet spielt auf der sogenannten Position des Cornerbacks. Er besetzt die Außenseite und verteidigt gegnerische Pass-Empfänger. 22 Mal in dieser Saison hat er bereits einen Gegner gestoppt („Tackle“). „Ich spiele auf einer Position, auf der man nicht so viele Tackles bekommt. Daher bin ich glücklich mit der Statistik“, erklärt der Wahl-Frankfurter. „Aber eigentlich interessiert mich Statistik nicht so sehr. Wichtiger ist, dass wir als Mannschaft gewinnen.“

Und das gelang ihm mit den Frankfurtern in dieser Saison bislang ziemlich gut. Erst zwei Spiele gingen in der GFL verloren, beide gegen Vizemeister Schwäbisch Hall. Allerdings zahlten die Frankfurter in diesen Partien durchaus Lehrgeld.

Abschrecken lassen wollen sie sich davon nicht. Im Gegenteil. Die Ziele der Universe für die Play-offs könnten nicht höher sein. „Der German Bowl ist das Ziel für jeden in unserem Team“, betont Inkinen. Der 26-Jährige lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Das merkt man ihm auch abseits des Platzes an. Erstmals in seiner Karriere hatte er in dieser Saison bei einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler auch eine Gehirnerschütterung erlitten. Das ist längst abgehakt. Zumal Inkinen schon als Kind körperbetonten Sport ausübte. In seiner Heimat Lappeenranta, einer 72 000-Einwohner-Stadt im Südosten Finnlands nahe der russischen Grenze, begann er als Fünfjähriger mit dem Eishockey. 15 Jahre lang jagte er dem Puck nach. Bis er mit 20 zum Militärdienst eingezogen wurde und ihm dort einige Kumpels vom American Football vorschwärmten. „Ich war ohnehin an einem Punkt, etwas anderes als Eishockey auszuprobieren.“ Von da an gab es kein Zurück. Inkinen schloss sich dem Football-Team in Lappeenrannan (3. Liga) an, wechselte danach zu Erstligist Seinäjoki Crocodiles und gehört inzwischen auch der finnischen Nationalmannschaft an. Die EM 2018 in Frankfurt ist das große Fernziel. Zunächst aber hat er freilich das Play-off-Viertelfinale mit der Universe im Blick – und dabei seine alten Teamkollegen aus Dresden.

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