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Vor der Basketball-EM: Ex-Skyliners-Profi Johannes Voigtmann: „Wir haben viel Talent im Team“

Von Morgen bestreitet das deutsche Basketball-Nationalteam sein erstes EM-Spiel in Tel Aviv. Die Hoffnungen ruhen auch auf dem Ex-Frankfurter Johannes Voigtmann.
Hat eine tolle Saison in der spanischen Top-Liga gespielt und will nun bei der EM angreifen: Centerspieler Johannes Voigtmann. Foto: Tilo Wiedensohler (imago sportfotodienst) Hat eine tolle Saison in der spanischen Top-Liga gespielt und will nun bei der EM angreifen: Centerspieler Johannes Voigtmann.
Frankfurt. 

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Noch am vergangenen Freitag wusste Johannes Voigtmann nicht, ob er es schaffen würde. Trotz einer wochenlangen Zwangspause zwickte seine gezerrte Leiste noch immer. Doch wenn an diesem Donnerstag die deutsche Basketball-Nationalmannschaft in Tel Aviv in die 40. Europameisterschaft startet, wird der langjährige Centerspieler der Fraport Skyliners wohl auf dem Parkett stehen – und freilich alles geben für den erhofften Auftakt-Erfolg gegen Außenseiter Ukraine (14.45 Uhr, live und kostenfrei auf telekomsport.de).

„Wir haben viel Talent im Team“, sagt der 24-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung, „da sind viele junge Spieler dabei, die richtig Lust haben. Wir haben eine gute Mischung und einen guten Zusammenhalt. Es passt irgendwie alles.“ Trotz der durchwachsenen EM-Vorbereitung der deutschen Mannschaft sei daher viel möglich. „Wir können relativ gefährlich sein.“ Ein genaues Ziel möchte der 2,11-Meter-Hüne freilich nicht formulieren. Zu viele Fragezeichen stehen hinter dem vermeintlich besten deutschen Nationalteam seit einigen Jahren.

„Brauchen etwas Zeit“

So sind die NBA-Spieler Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und Daniel Theis (Boston Celtics) erst spät in die Vorbereitung eingestiegen, Theis musste sogar noch einmal für eine Woche zurück in die USA reisen. Und mit Robin Benzing fehlte ein weiterer Leistungsträger, wochenlang, verletzt. „Wir brauchen wohl etwas Zeit, um richtig ins Laufen zu kommen“, glaubt Voigtmann. Mit den NBA-Profis Paul Zipser (Chicago Bulls) und Maximilian Kleber (Dallas Mavericks) wäre das Team noch stärker gewesen. Beide sagten für die EM ab,

Umso wichtiger wären Erfolge in den Auftaktspielen gegen die Ukraine und Georgien (Samstag). Danach werden die Gegner in der Gruppe B immer schwerer: Israel am 3. September, Italien am 5. September und Litauen am 6. September. „Wenn man die Vorrunde überstanden hat, kommt man in den Rhythmus“, glaubt Voigtmann.

Er selbst ist seit Jahren immer besser im Rhythmus. Von 2012 bis 2016 reifte der Ex-Handballer bei den Skyliners zum Nationalspieler. Und nach seinem Abschied von Frankfurt im Sommer 2016 gelang ihm der Sprung von einem durchschnittlichen Bundesliga-Club zu einem spanischen Spitzenteam mit Bravour. Voigtmann reifte bei Saski Baskonia Vitoria zum Stammspieler und etablierte sich auf Anhieb in der wohl stärksten europäischen Liga. Die reguläre Saison beendete er mit Vitoria auf Platz zwei, in den Play-offs kam er ins Halbfinale, in der Euroleague ins Viertelfinale.

„Es war eine sehr gute Saison, besser als gedacht am Ende. Ich konnte sehr gute Erfahrungen sammeln“, resümiert Voigtmann. Er selbst sei nicht davon ausgegangen, auf Anhieb so viel Spielzeit und Vertrauen zu erhalten. Auch nicht, dass er auf dem Parkett „so viel abliefern kann.“ Sein Fazit: „Das ist mir relativ gut gelungen.“

In Vitoria wird Voigtmann längst auf der Straße erkannt. Dort ist Basketball die Sportart Nummer eins und Saski Baskonia der ganze Stolz der Einwohner. „Wenn wir mal eine schlechte Phase haben, spürt man in der Stadt eine gewisse Bedrücktheit. Die Leute gucken dich an, als wollten sie sagen: Kopf hoch“, sagt der Ex-Frankfurter. Die Heimspiele mit 15 000 Fans im Rücken machen ihm „riesigen Spaß“. Neben Real Madrid und dem FC Barcelona gilt Vitoria als dritte Kraft in Spanien. Die Basken gewannen dreimal die Meisterschaft, zuletzt 2010, und sechsmal den Königspokal.

Der Leistungsunterschied von der spanischen Liga zur Bundesliga sei groß. „Es ist von allem ein bisschen mehr. Man hat hier Spieler, die noch mehr Erfahrung und noch mehr Skills haben. Sie machen noch weniger Fehler. Dadurch ist das Spiel schneller und physischer. Das ist etwas, an das man sich gewöhnen muss.“ Die Bundesliga verfolgt Voigtmann weiterhin sehr genau, speziell die Skyliners. „Sie haben den Kern zusammen gehalten und gute junge Spieler dazu geholt. Die nächste Saison wird sehr interessant. Vielleicht geht es ein paar Schritte nach oben“, so Voigtmann, der mit seinem ehemaligen Skyliners-Kollegen Danilo Barthel nun auch bei der EM im Nationalteam zusammen spielt.

„NBA? Ich bin entspannt“

Für Voigtmann könnte es noch weiter nach oben gehen. In Vitoria besitzt er noch einen Einjahres-Vertrag plus Option bis 2019. Und natürlich hat auch er „die NBA im Hinterkopf.“ Aber ein Muss ist der Sprung in die US-Profiliga für ihn nicht. „Das wird sich zeigen, ich bin relativ entspannt.“ Jetzt hat er ohnehin nur die EM im Blick.

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